Peta-Panne: Essens OB soll norddeutsche Schweine retten

Die Tierrechtsorganisation Peta mahnte bei OB Paß Missstände in einem Essener Schlachthof an - doch dieser liegt im niedersächsischen Essen. Diesen Schweinen, geboren in Essen, Nordrhein-Westfalen, geht es dagegen saugut.
Die Tierrechtsorganisation Peta mahnte bei OB Paß Missstände in einem Essener Schlachthof an - doch dieser liegt im niedersächsischen Essen. Diesen Schweinen, geboren in Essen, Nordrhein-Westfalen, geht es dagegen saugut.
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Die Tierrechtsorganisation Peta fordert den Essener OB Paß zum Handeln auf einem Schlachthof auf. Der liegt allerdings in Essen, Niedersachsen.

Essen. Es liest sich wie gewohnt dramatisch, wenn die Tierrechtsorganisation Peta Missstände anprangert: Millionen Tiere in deutschen Schlachthöfen würden vor dem „tödlichen Entblutungsstich“ nicht richtig betäubt. „Im Essener Danish Crown-Schlachthof würde dies bei drei Millionen getöteten Schweinen etwa 300.000 verhinderter Fehlbetäubungen bedeuten“, schreibt Peta in einer Pressemitteilung. Aus diesem Grund habe die Tierschutzorganisation Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß in einem Schreiben aufgefordert, die Tötungszahlen im Danish-Crown-Schlachthof zu senken.

Der dürfte sich allerdings verwundert die Augen reiben: Vermutlich hat Paß von dem angeprangerten Schlachthof, der nach Peta-Angaben zu den Unternehmen mit den bundesweit meisten Schweineschlachtungen zählt, auch noch nie gehört – da er 200 Kilometer entfernt in der Nähe von Oldenburg liegt. Auch dort gibt es einen Ort namens Essen, zugehörig zum Landkreis Cloppenburg und bestehend aus 18 Bauernschaften mit rund 8500 Einwohnern.

Kein Spott aus dem Rathaus

„Wo im Akkord getötet wird, bleibt keine Zeit für eine sorgfältige Betäubung. Oberbürgermeister Reinhard Paß hat die Pflicht zu verhindern, dass Tiere in seinem Einflussbereich bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden“, wird Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta Deutschland e.V., in der Pressemitteilung zitiert.

Im Essener Rathaus wollte man das Missgeschick nicht bewerten, dafür sei das Thema zu ernst. Stattdessen habe man Peta auf die Panne hingewiesen. Schließlich sei man froh, dass es Nichtregierungsorganisationen gibt, die sich für den Tierschutz einsetzen, heißt es wenig humorig aus dem Rathaus. Festzuhalten bleibt, dass die armen Schweine in Niedersachsen nachweislich nicht im Einflussbereich des Oberbürgermeisters leben. (JeS)