Parteien wollen einen Ideenwettbewerb fürs Essener Grugabad

Bei schönem Wetter strömen noch immer Tausende ins Essener Grugabad.
Bei schönem Wetter strömen noch immer Tausende ins Essener Grugabad.
Foto: WAZ FotoPool
Die Essener Politiker streiten darüber, welche Rolle der Denkmalschutz bei einem Ideenwettbewerb fürs sanierungsbedürftige Grugabad spielen soll.

Essen.. Gute Ideen tun Not im Umgang mit dem sanierungsbedürftigen Grugabad. Darin sind CDU, SPD und Grüne einer Meinung. Welche Rolle dabei der Denkmalschutz spielen soll, darüber gehen die Ansichten allerdings weit auseinander.

So brachten sowohl die beiden in der großen Koalition vereinten Mehrheitsfraktionen als auch die Grünen in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses zwei im Wortlaut nahezu gleichlautende Anträge ein. Das Ziel: Die Verwaltung möge einen Ideenwettbewerb „Zukunft Grugabad“ ausloben. Zu berücksichtigen seien dabei eine mögliche ganzjährige Nutzung, Standortvorteile durch die Nähe zum Grugapark und zur Messe Essen sowie das Zukunftsthema Energieeffizienz.

So weit, so einig. Der feine Unterschied: Nur die Grünen erwähnen in ihrem Antrag ausdrücklich die Vereinbarkeit mit dem Denkmalschutz. CDU und SPD hingegen würden sich damit zufrieden geben, dass die „Geschichte des traditionsreichen Bades angemessen berücksichtigt“ wird. Was auch immer das heißen mag.

Auch die SPD zeigt sich offen

Ingo Vogel, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, begründet im Gespräch mit der Redaktion die Zurückhaltung in Sachen Denkmalschutz: „Wir möchten uns das offen lassen und ganz frei darüber nachdenken, was möglich wäre.“ Dass die Stadt kein Geld habe, das Grugabad zu sanieren, sei jedem klar, schiebt Vogel nach. Im Gespräch stehen 13,7 Millionen Euro. Nach der CDU zeigt sich also auch die SPD offen dafür, dass zumindest ein Teil des Geländes in Zukunft anderweitig genutzt wird. Mit dem Denkmalschutz wären die Außengrenzen zementiert, so Vogel.

Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionssprecherin der Grünen, nennt die Herangehensweise der großen Koalition „nicht ganz ehrlich“. Das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland habe sehr deutlich gemacht, welche herausragende Bedeutung es dem Grugabad beimesse. Stellt sich die bei der Unterschutzstellung quer, hat das Land das letzte Wort. Modifikationen lasse der Denkmalschutz ihrem Verständnis nach sehr wohl zu, betont Hiltrud Schmutzler-Jäger. Zudem eröffne sich die Chance auf Fördergelder.

Wie es weitergeht? Im August will der Sportausschuss eine Empfehlung an den Planungsausschuss aussprechen.

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