Parkour auf der Kokerei Zollverein ist in Sicht

Anhand eines selbst gebauten Modells der Fatih-Moschee erläuterten die Jugendlichen, wie und wie sie die Umgebung sicherer machen möchten.
Anhand eines selbst gebauten Modells der Fatih-Moschee erläuterten die Jugendlichen, wie und wie sie die Umgebung sicherer machen möchten.
Foto: Awo
Seit Jahren wünschen sich Jugendliche im Essener Norden einen Parkour, auf dem sie Hindernisse überwinden können. Jetzt ist er langsam in Sicht.

Essen-Stoppenberg. „Mitmischen! Einmischen? Aufmischen!“ lauten die Schlagworte des Jugendforums Zollverein. Seit knapp zwei Jahren sollen Jugendliche in Schonnebeck, Stoppenberg und Katernberg Ideen entwickeln, „damit der Stadtbezirk am Ende rockt“. Eins der ehrgeizigsten Projekte ist auf einem guten Weg: Die auf der Zeche Zollverein geplante Parkour-anlage hat die meisten Hürden übersprungen. Wenn die zuständigen Gremien des Weltkulturerbes grünes Licht geben, könnte sie bald am Rande der Kokerei stehen.

2015 gestartet, geht das Jugendforum Zollverein jetzt in die zweite Runde. Nach dem Auftakt im November 2016 auf Zollverein lud Frank Bente, Geschäftsführer des Kreisjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt (Awo), jetzt zu einer gemeinsamen Sitzung von Bezirksvertretung und Vertretern der Projektgruppen ins Rathaus Stoppenberg ein.

Ihre Zwischenbilanz macht Mut. So muss der Parkour nicht auf ewig ein Wunschtraum bleiben. Bereits vor sieben Jahren zeigte ein You-Tube-Video, wie sich Jugendliche eine Hindernislandschaft vorstellen, auf der sie – möglichst auf Zollverein – springen, rennen und klettern können. Jetzt ist klar: Sie soll eine Gesamtfläche von 500 Quadratmetern haben und aus Geräten, Hindernissen und Aufenthaltsflächen bestehen. Nach Angaben von Pressesprecherin Delia Bösch müssen jetzt der Gestaltungsbeirat (Denkmalpflege der Stadt und Eigentümer) und dann die Beratungskommission, zu der die Stadt einlädt, ihren Segen geben. Dann fehlt aber noch ein „Bespieler“ der Anlage, schränkt Frank Bente ein, etwa eine Schule, ein Sportverein oder ein Jugendzentrum. Zwei Standorte nahe der Ringpromenade wurden ausgewählt. Mitte April soll eine Entscheidung gefallen sein, „dann kann es sehr schnell gehen“, freut sich Delia Bösch. „Wir sind stolz als Stiftung, dass wir einen Parkour anbieten können. Das ist ein Grund mehr, das Weltkulturerbe zu besuchen.“

Soweit ist die Airsoft-Gruppe noch nicht. Die fünf Jungs und das eine Mädchen haben sich ein Industriegelände an der Emscher-straße als Standort für ihre Spielfläche ausgeguckt, doch noch konnten sie keinen Kontakt mit dem Eigentümer aufnehmen. „Dabei wäre die Fläche mit ihren Mauern und Zäunen gut für uns“, sagt Ajdin Mehmeti (28), der sogenannte Demokratie-Scout der Sportler.

Beeindruckt hat auch die Gruppe, die die Wege an der Fatih-Moschee, Schalker Straße, beleuchten möchte. Anhand eines Modells konnte sie ihre Pläne erläutern.

Gemeinsam feiern können dann alle am 20. August: Beim Willkommensfest für Flüchtlinge im JU Schonnebeck, Saatbruchstraße 55.

 
 

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