Ostern ist fast wie Weihnachten

Julia Witte

Hand auf’s Herz: Feiern Sie in diesen Tagen ein klassisches Osterfest? So mit Eier bemalen und verstecken und Lamm auf der Festtafel - oder ist das Auferstehungsfest für Sie auch schon zu einem „zweiten“ Weihnachtsfest geworden?

Die Essener Innenstadt ist am Gründonnerstag jedenfalls überaus gut gefüllt, Parkplätze sind rar. Das mag an den Ferien oder vielleicht an den frühlingshaften Temperaturen liegen, womöglich aber vor allem daran, dass zu Ostern mittlerweile mehr und mehr Geschenke gemacht werden. Und zwar längst nicht nur Schokolade und Eier. Immerhin: „Jeder Dritte will in diesem Jahr zu Ostern etwas verschenken“, erzählt Marc André Heistermann vom Einzelhandelsverband (EHV) Ruhr und bezieht sich damit auf eine Studie des Marktforschungsinstituts Yougov.

Für Kinder sei Ostern mittlerweile der drittwichtigste Geschenkeanlass nach Weihnachten und dem Geburtstag, so Heistermann weiter. Und das haben Mama und Papa anscheinend registriert, denn laut der Studie planen 95 Prozent der Eltern Geschenke ein, für die sie im Schnitt 45 Euro ausgeben - davon durchschnittlich 34 Euro für Spielsachen. Nicht umsonst würden Spielwarenhändler zur Osterzeit einen Mehrumsatz von bis zu 20 Prozent erzielen. Die Käufe vor den Feiertagen bringen bundesweit in etwa 200 Millionen Euro Umsatz. Über klingelnde Kassen kann sich derzeit auch die Süßwarenbranche freuen, die ein Umsatzplus von etwa 45 Prozent erwirtschaftet. Damit kommt der Schokoladen-Osterhase schon recht nah an den Schoko-Weihnachtsmann ran. Was die Lebensmittelbranche generell betrifft, so bleibt der Gründonnerstag aber unschlagbar. Oftmals wird am Gründonnerstag schon für die gesamten Feiertage eingekauft. „Das ist der umsatzstärkste Tag im Jahr“, sagt Heistermann, der jedoch auch am heutigen Samstag noch mit einem großen Ansturm in der Innenstadt rechnet. Vermutlich zieht es, ähnlich wie an Heiligabend, noch viele Spätentschlossene auf der Suche nach Geschenken in die Stadt. Fernab von Süßigkeiten würden heutzutage nämlich auch höherwertige Geschenke wie Parfüms, CD’s und Computerspiele unter dem Weihnachtsbaum, vielmehr ... im Osternest liegen.