Wiederaufforstung im Krayer Volksgarten

Spenderin Martina Berens (Mitte) und die anderen Unterstützer setzten nun den 35. neuen Baum in den Krayer Volksgarten.
Spenderin Martina Berens (Mitte) und die anderen Unterstützer setzten nun den 35. neuen Baum in den Krayer Volksgarten.
Foto: Essen
2014 zog Pfingssturm Ela eine Schneise der Verwüstung auch durch Kray, so langsam aber kann der Kahlschlag „repariert“ werden.

Kray/Leithe..  Es war ein Trompetenbaum, mit dessen Anpflanzung die Aktiven des Naturschutzvereins Volksgarten Kray und die Vertreter von Grün und Gruga vor mittlerweile rund eineinhalb Jahren zur Wiederaufforstung des Parks in Leithe geblasen haben. Mit dem 34. und dem 35. Baum, den die Ehrenamtlichen nun mit Spendern in die Erde setzten, ist der „Wiederaufbau“ fast abgeschlossen.

„Die Schäden im Volksgarten waren nach dem Pfingststurm Ela ganz schön heftig“, schaut Andrea Auth, Vorsitzende des Naturschutzvereins Volksgarten Kray, zurück und lässt gleichzeitig den Blick in der Gegenwart schweifen. Nur noch einige wenige beschädigte, aber noch standfeste Bäume zeugen von dem Kahlschlag nach dem verheerenden Sturm. 79 Bäume sind insgesamt gefallen oder gefällt worden. 19 Stück sind stark beschädigt, in Einzelfällen nur noch als Stumpf vorhanden. Wie viele der alten Riesen in den kommenden Jahren noch entfernt werden müssen, weiß heute noch niemand. Alles in allem macht das fast ein Drittel des Bestandes aus.

Dass da etwa passieren musste, das lag für den Verein nahe, der zahlreiche Angebote im Park organisiert, Führungen anbietet und einen Baum-Lehrpfad eingerichtet hatte. So legte man sich in Kray und Leithe ins Zeug. Der städtische Betrieb Grün und Gruga ließ ein neues Parkkonzept erstellen, aber die angepeilten 50 Neuanpflanzungen waren für das ehemalige Grünflächenamt nach den zahllosen Ela-Schäden nicht zu stemmen.

Rund 15 Einzelspender

„Wir haben in Geschäften Spendendosen aufgestellt und Firmen und Privatleute angesprochen“, erzählt Andrea Auth. Bei zwei Open-Air-Gottesdiensten ließ man den Klingelbeutel kreisen. „Man hat ganz deutlich gesehen, wie sehr der Park den Menschen hier am Herzen liegt“, berichtet Auth von der höchst erfolgreichen Aktion.

Eine hoch willkommene Summe schoss die Van-Eupen-Stiftung dazu, und bis zu 20 Einzelspender pflanzten ihren eigenen Baum. Bemerkenswert auch, weil mit Kosten zwischen 160 und 800 Euro ein Baum nicht gerade für ein Taschengeld zu haben ist.

Die Krayer Geschäftsfrau Martina Berens ist eine der Personen, ohne die der Volksgarten heute noch anders aussähe. Gerade hat sie ihre Spende in die Erde gesetzt. „Ich bin Krayerin und als Kind hier schon Schlittschuh gefahren. Der Volksgarten gehört einfach zum Stadtteil“, erläutert sie ihre Motive.

Damit ist man fast fertig. Noch drei weitere Pflanzstellen sind für den Gottesdienst im Frühjahr reserviert, ebenfalls zu dieser Jahreszeit kommen noch zwei Spender zum Zuge, dann haben die Ehrenamtlichen ihren Teil der Abmachung erfüllt. Grün und Gruga wird dann den „neuen Volksgarten“ noch mit zehn weiteren Setzlingen vollenden.

Und der wird nicht mehr der Alte sein. Das Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten aus Essen hat für den nördlichen Teil des Krayer Volksgartens rund um den See ein Konzept erarbeitet, das man in ähnlicher Form auch in anderen Parks findet. „Dies betrifft etwa weitere Sichtachsen, die den zusammenhängenden Freiraum stärker betonen“, erläutert Andreas Bergknecht von Grün und Gruga. Außerdem wird man in Zukunft auf andere Bäume im Park stoßen. Naturschutz- oder Kostengründe – Selbstblüher fordern weniger Pflege als Beete – aber auch die klimatischen Veränderungen kamen bei der Auswahl zum Tragen.

Für den Naturschutzverein ist dies sogar ein Vorteil. Denn wenn der den neuen und erweiterten Lehrpfad im kommenden Sommer einweiht, dann werden viele neue Arten dabei sein. Und so ist aus den Ela-Zerstörungen tatsächlich ein gelungener Neustart erwachsen.

Der Krayer Volksgarten, angelegt 1913, steht eigentlich in Leithe und ist zehn Hektar groß. Von der A 40 getrennt, haben sich zwei sehr unterschiedliche Teile entwickelt. Der Nordteil rund um den See ist ein weitläufiger Park mit großen und offenen Rasenflächen und weiten Sichtachsen. Der südliche Te il hat dagegen eher waldartigen Charakter, an dem man nicht rütteln wird. Seit seiner Gründung 2008 ist der Naturschutzverein Volksgarten Kray sehr aktiv. Er beteiligte sich an der Erneuerung des Bolzplatzes am Volksgarten, bietet verschiedene Führungen im Park an, hat Nistkästen aufgestellt und reinigt diese vor Beginn der Brutzeit. Einen Baumlehrpfad hat der Verein angelegt. Mit der Gruppe Natur Kids Kray hat sich eine Kinderabteilung gebildet.

 
 

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