Von Pilzköpfen und Peace-Zeichen

Die Theatergruppe des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen bringt das Beatles-Musical "Accros The Universe" auf die Bühne.
Die Theatergruppe des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen bringt das Beatles-Musical "Accros The Universe" auf die Bühne.
Foto: WAZ FotoPool
Mit der Adaption des Musicalsfilms „Across The Universe“ bringt die Theatergruppe des Gymnasiums an der Wolfskuhle die Hippie-Zeit und allerlei Hits von den Beatles auf die Bühne ihrer Aula.

Essen-Steele.. Die Bühne wird bunt: In farbigen, weiten Kleidern und geblümten Schlaghosen holt die Theatergruppe des Gymnasiums an der Wolfskuhle die Flower-Power-Zeit ins Jetzt. Den passenden Soundtrack dazu liefern die „Beatles“, wenn die Schülertruppe das Filmmusical „Across The Universe“ auf die Bühne zaubern und damit noch eine waschechte Uraufführung hinlegen.

Es ist schon fast waghalsig zu nennen, sich an dieses Projekt zu wagen: Ist die psychedelisch angehauchte Vorlage aus dem Jahr 2007 doch nicht gerade das, was man spontan bühnentauglich nennen würde. „Ich hatte den Eindruck von aneinander gereihten Videoclips, als ich mir zum ersten Mal den Film angeschaut habe“, erinnert sich Regisseur Tobias Heil. Jedoch: „Die Regisseurin des Streifens hat einen intelligenten Handlungsstrang geschaffen, um die Musiksequenzen miteinander zu verbinden“, so Heil.

Hey, Jude!

Und eben dieser Strang diente auch Heil als Gerüst für seine von ihm selbst verfasste Adaption: Erzählt wird die Geschichte eines jungen Engländers Jude, der in den 1960ern lebt und eigentlich alles hat: Job, Geld, Freundin. Dennoch ist er unzufrieden, und so beschließt er, in Amerika sein Glück zu finden. Dort macht er schnell Bekanntschaft mit einer Gruppe Hippies macht und findet außerdem die Liebe seines Lebens: Lucy. Doch wie so oft, ist die Harmonie nur von kurzer Dauer, und wieder stellen sich Streit und Unzufriedenheit ein.

Bei der Umzusetzung dieser Story sind knapp 40 Schüler beteiligt, von denen ein Großteil schauspielert, singt, tanzt und musiziert: Neben 25 Darstellern sind auch zehn Bandmitglieder auf der Bühne, die den satten Beatles-Sound auf die Bühne bringen. „Einige der Songs kann man dabei völlig neu entdecken“, verspricht der musikalische Leiter Robert Maruhn. So komme „I’ve Just Seen A Face“ als Country-Song daher „I Wanna Hold Your Hand“ werde zur herzergreifenden Ballade. Auch in die Tänze, die von Lea Ment choreographiert werden, hat das Ensemble viel Mühe investiert. „Soviel getanzt wurde noch nie auf dieser Bühne“, verspricht Musiklehrer Maruhn, „und so viel Musik gab’s bisher auch nicht: Satte 24 Songs werden in dem Stück verarbeitet.“

Die meisten Schüler ließen sich schnell von den Songs begeistern. „Ist doch klasse, solche Musik höre ich sowieso“, sagt etwa die 17-Jährige Caroline Wehmeyer. Auch die schrillen Kostüme waren für viele kein Problem. Manche plünderten den Kleiderschrank der Eltern, andere ihre eigene Garderobe.

Während einige nicht zum ersten Mal auf der Schulbühne stehen, ist es für den Hauptdarsteller eine echte Premiere: Benjamin Quade meldete sich auf die Casting-Aufrufe seiner Schule. „Ich habe mir die bisherigen Stücke immer bewundernd angesehen und wollte schon lange mitmachen“. Um in seinen Part zu überzeugen, nimmt er sogar Gesangunterricht. Die passende Beatles-Frisur besitzt er jedenfalls bereits.

Andere mussten zu ihrem Glück gezwungen werden: „Mich hat Robert Maruhn überredet“, lächelt Nicolas Mulandi. Schließlich ist der 18-Jährige ein begnadeter Saxofonist – eine Eigenschaft, die er wunderbar in seiner Rolle als Hippie JoJo einbringen kann.

Für Regisseur Tobias Heil, der zuvor auch die Stücke „Hamlet“, „Die Welle“ oder das Musical „Der Kleine Horrorladen“ inszeniert hat, schließt sich mit „Across The Universe“ ein Kreis: Schließlich stand der ehemalige Wolfskuhle-Schüler bei der Inszenierung des Musicals „Hair“ selbst noch auf der Bühne – und half damit damals schon, die Hippie-Generation ins heute zu holen.

 
 

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