Taucher finden Schmuck auf dem Grund der Ruhr

Glück gehabt: Holger Cremer, der Chef von „Dive in Essen“, und seine Kollegen fanden zwei Geldschränke in der Ruhr bei Steele.
Glück gehabt: Holger Cremer, der Chef von „Dive in Essen“, und seine Kollegen fanden zwei Geldschränke in der Ruhr bei Steele.
Foto: Tobias Appelt
Taucher machen in Steele einen unerwarteten Fund. Uhren, eine Perlenketteund Münzschablonen rufen die Kriminalpolizei auf den Plan, die jetzt versucht, die Herkunft zu ermittelt

Essen-Steele..  Ungewöhnlicher und auch spannender Fund auf dem Grund der Ruhr in Steele: Unerwartet und auch völlig zufällig stießen Taucher des Vereins „Dive in Essen“ am Samstag auf zwei aufgebrochene Geldschränke, mehrere alte Uhren, eine Perlenkette und zahlreiche Schablonen, in denen sich wie auch immer geartete Münzen befunden haben könnten. Ob es sich dabei um Diebesgut handelt, ist derzeit noch unklar, zumindest aber nicht unwahrscheinlich. Die Polizei ermittelt.

Sicht von gut zehn Metern

Ursprünglich waren Holger Cremer, Geschäftsführer des Vereins und der gleichnamigen Tauchschule, und seine Kollegen Gäste beim Sommerfest des Steeler Schwimmvereins. Vor Ort gaben sie diverse Vorführungen und auch Schnupperkurse im Pool, irgendwann jedoch machten sich die „Profis“ dann auf zu einem Tauchgang in der Ruhr, zu dem sie aufgrund einer Sondergenehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf als einige der ganz wenigen berechtigt sind.

„Wir hatten Glück, die Bedingungen waren einfach ungewöhnlich gut“, so Cremer. Kann man in der Ruhr normalerweise nur zwei bis drei Meter weit sehen, so waren es an diesem Tag an die zehn Meter. Und genau dieser Umstand führte die Taucher in etwa vier Metern Tiefe zunächst zu einem alten verrosteten Geldschrank, der Schätzungen zufolge schon eine ganze Zeit auf dem Grund der Ruhr liegen muss. „Das Teil war aufgebrochen, davor aber lagen gleich mehrere alte Taschenuhren und auch eine Perlenkette“, so Cremer. Bei etwas schlechterer Sicht wäre man wohl dran vorbeigeschwommen.

Auf einer Anhöhe in der Nähe dann der zweite Tresor, weit neuer und laut Cremer mit einer Höhe von gut 80 Zentimetern auch ein echter Brocken. Auch der war bereits geknackt, gefunden haben die Taucher lediglich zwei Säcke mit speziellen Schablonen – mitunter von einer offiziellen Prägeanstalt.

Was sich transportieren ließ, schafften die Taucher an Land, die Safes selber aber ließen sie unangetastet, zumal der größere von beiden sich von Hand ohnehin nicht einen Millimeter bewegen ließ.

Zur Beweissicherung machten Cremer und Co. verschiedenste Unterwasseraufnahmen und meldeten den Fund direkt an die Polizei. Auch wurden vor Ort spezielle Peilungsfotos erstellt, damit die Polizei die Fundstelle auch problemlos wiederfindet – schließlich ist die Sicht unter Wasser nur äußerst selten so prächtig wie am vergangenen Samstag.

Finderlohn?

Wie ungewöhnlich die „Schatzsuche“ war, verdeutlicht auch die Tatsache, wie schnell sie sich unter den Tauchern herumsprach. War es zunächst eine Gruppe von sechs bis acht Akteuren, die die Geldschränke geortet hatte, so waren binnen weniger Minuten alle knapp 25 Taucher vor Ort.

Wert des Schmucks? Herkunft? Möglicher Finderlohn? Für Holger Cremer und seine Kollegen alles aktuell kein Thema. Zunächst einmal heißt es, die Ermittlungen der Polizei abzuwarten. Aber sie werden wieder abtauchen und hoffen, weitere „Schätze“ zu finden.

Der seltene Fund, den die Taucher von „Dive in Essen“ am Samstag in Steele auf dem Grund der Ruhr machten, beschäftigt mittlerweile auch die Kriminalpolizei. „Das Kommissariat Einbruch hat sich der Sache angenommen und ermittelt“, so Sprecher Lars Lindemann am Montag auf Anfrage dieser Zeitung. Woher stammen die Uhren? Woher stammt die Perlenkette? Und steckten in den Schablonen mitunter wertvolle Münzen? Fragen, die es in den kommenden Tagen und Wochen zu klären gilt. Anhaltspunkte könnte mitunter auch ein Ausweisdokument bringen, das ebenfalls im Dunstkreis der Geldschränke gefunden wurde.

„Natürlich wissen wir heute noch nicht, ob der Schmuck und auch die zu vermutenden Münzen aus einem Einbruch stammen“, so Lindemann, „der Verdacht aber liegt natürlich schon nahe“. Um der ganzen Sache buchstäblich auf den Grund zu gehen, werden sich Taucher der Polizei den Fundort alsbald noch einmal anschauen und die Geldschränke bergen lassen. Gut möglich, dass das zu weiteren Hinweisen auf der Suche nach der Herkunft führt. Wenn das auch äußerst unwahrscheinlich ist: Sollte irgend jemand Angaben zu dem Fund machen können, ist er natürlich gehalten, sich schnellstmöglich bei der Polizei zu melden: 0201 829-0

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