Stadtrat bewilligt Finanzhilfe für den Bürgertreff Überruhr

Michael Heiße
Der Bürgertreff in Überruhr am Nockwinkel 64 hat wieder eine Zukunft. Die Finanzierung ist auf Jahre gesichert.
Der Bürgertreff in Überruhr am Nockwinkel 64 hat wieder eine Zukunft. Die Finanzierung ist auf Jahre gesichert.
Foto: Verena Camen
Zuschuss für Begegnungszentrum von jährlich 67 000 Euro auf fünf Jahre im Haushalt verankert. Weitere 100 000 Euro für Sanierung beschlossen.

Essen-Überruhr.  Vorweihnachtliche Bescherung für den Bürgertreff Überruhr: Der Rat bewilligte im Nachtrag der Haushaltdebatte Gelder zum Weiterbetrieb, aber auch zur Sanierung des Begegnungszentrums am Nockwinkel. In der Summe sind es 435 000 Euro für die Geschäftsjahre 2017 bis 2021.

„Die Sache ist fix, die Zahlen im Haushaltsplan fest verankert“, freut sich Dirk Kalweit. Der CDU-Ratsherr hatte das weitere Schicksal des in die Jahre gekommenen Überruhrer Treffs seit 2009 verfolgt und lobt nachdrücklich das große Engagement des vor zwei Jahren gegründeten Trägervereins Bürgertreff Ruhrhalbinsel. „Ohne den wäre die Sache wohl gescheitert.“

Unter dem Passus Kulturplanung, -entwicklung und -förderung sind für die nächsten fünf Jahre jeweils 67 000 Euro zur Deckung der Betriebskosten, also Miete und Nebenkosten des Hauses, ausgewiesen. Der Sonderzuschlag von 100 000 Euro im Jahr 2017 soll ein erster Schritt sein, den Sanierungsstau des Überrruhrer Domizils abzumildern. Den taxierte Architektin Christiane Voigt (Contur 2), die sich auf Betreiben des Trägervereins vor knapp zwei Jahren ein Bild vom Zustand des Bürgertreffs machte, auf rund 500 000 Euro. „Das wäre dann der Fall, wenn alle Wünsche realisiert würden“, sagt Awo-Geschäftsführer Oliver Kern, der zum Trägerverein gehört.

Städtischer Bonus für Sanierung bewilligt

Der städtische Bonus ist zudem ein gewisser Ausgleich für über Jahre nicht geleistete „Schönheitsreparaturen“. Er darf aber auch als Signal an den Eigentümer des Hauses, die Altstadt-Baugesellschaft, verstanden werden, die angekündigt hatte, ihrer finanziellen Verpflichtung bei der Sanierung nachkommen zu wollen, wenn die Stadt mit gutem Beispiel vorangehe.

Wozu das Geld konkret verwendet wird, sollen zeitnahe Gespräche zeigen, an denen neben Stadt und Eigentümer auch der Trägerverein teilnehmen wird. Der gemeinnützige Verein hatte seit seiner Gründung binnen eines Jahres der Stadt ein komplettes Sanierungskonzept inklusive Nutzungs- und Gebührenordnung für das Begegnungszentrum vorgelegt. „Nur zu verständlich, dass wir die Entscheidung des Rates herbeigesehnt haben und diesen Erfolg bei einem Glas Sekt gefeiert haben“, so Kern.

Trägerverein „Bürgertreff Ruhrhalbinsel“ feiert und will aktiv bleiben

Der Trägerverein will sich künftig mit 10 000 Euro jährlich an den Betriebskosten beteiligen und auch die Sanierungsarbeiten – wenn möglich – durch handwerkliche Eigenleistung unterstützen. Oliver Kern: „Wir werden parteiübergreifend alle Unterstützer einladen, um uns bei ihnen zu bedanken. Die Anspannung ist vorbei. Jetzt können wir richtig loslegen.“