Schlemmen in Steele kommt gut an

Michael Heiße
Die Küchenchefs in Steele geben ihr Bestes.
Die Küchenchefs in Steele geben ihr Bestes.
Foto: WAZ FotoPool
Zum Auftakt von „Steele à la carte“ fragen wir die Besucher, was bei ihnen auf den Teller kommt und ob es denn auch schmeckt. Der einhellige Tenor: „Hier stimmen Qualität und Preis“

Steele.  Die 13. Gourmetmeile „Steele à la carte“ ist eröffnet. Seit Donnerstagmittag flanieren die Steelenser, aber auch etliche Gäste aus der Nachbarschaft über den Kaiser-Otto-Platz, um sich einmal richtig verwöhnen zu lassen und nach Herzenslust zu genießen. Unsere Redaktion hat einmal nachgefragt, was so auf den Teller kommt und vor allem, wie es schmeckt.

Zwölf Uhr mittags. Vor einer Stunde hat das große Schlemmen in der Steeler City begonnen. Pünktlich zum Start der kalorienträchtigen vier Tage zeigen sich nicht nur die Gastronomen, sondern auch das Wetter von seiner besten Seite. Die Sonne steht im Zenit, es ist heiß – nicht nur am Royalgrill vom Ristorante Da Vinci, wo Scampiroulade auf Gemüserisotto im Krustentierschaum serviert wird.

Kaiserwetter zum Auftakt

Also Kaiserwetter in Steele, aber auch Kaiserstimmung? Noch sind nicht sehr viele Tische besetzt, erst nach und nach trudeln die ersten Gäste ein. „Doch das wird sich schon bald ändern“, beruhigt Léon Finger, Chef vom Initiativkreis City Steele. Im Grunde geht die Party erst am Abend richtig los.“ Weshalb er schon einmal das Banner über der Bühne hisst: „Jazz meets Pop“ heißt ab 19 Uhr die Devise.

Daniel Martzock aus Freisenbruch ist schon längst vor Ort: „Meine Frau arbeitet in Steele, da habe ich Zeit, mir etwas zu gönnen“, sagt der 37-Jährige mit einem Augenzwinkern. Veranstaltungen wie diese besucht er häufiger. Zuletzt auf Zollverein, „doch hier ist es familiärer. Das gefällt mir gut.“ Schon deshalb zählt er zu den Stammkunden. Heute hat er Entenbrust gewählt, der Teller ist komplett leer, nur etwas Rotweinsoße blieb übrig. „Der Vogel war genial, die Qualität stimmt“, sagt Martzock. „Der Preis übrigens auch.“ Dass es so etwas auch in Steele gibt, findet er gut. „Es ist wichtig, dass sich hier was tut.“

Die Huttroperin Helga Pott ist mit Waltraud Rywalski, einer Freundin aus Frintrop, unterwegs: „Heute ist Damentag, am Sonntag komme ich dann noch einmal mit meinem Mann vorbei“, sagt sie fröhlich. Beide finden das Steeler Event „sehr gemütlich“ und Helga Pott bemüht einen Vergleich mit der viel größeren Sause in der Essener City: „Da waren wir auch schon, die starten da schon im Juni.“ Aber missen wollen beide die Steeler Veranstaltung auf keinen Fall: „In der City mag das Angebot deutlich größer sein, aber hier ist es eben ruhiger und sehr angenehm“, sagt Waltraud Rywalski.

Aus Stadtwald ist Reimund Siefert gekommen – mit dem Fahrrad. „Der Ziegenkäse als Vorspeise war lecker“, erzählt er. „Auch die Größe der Portionen hat mich angenehm überrascht.“ Nach dem Hauptgang will er sich erst einmal ein Eis gönnen. Eine durchaus verständliche Entscheidung bei der Bullenhitze. Überhaupt macht der Senior einen sehr entspannten Eindruck: „Ich bin schon Rentner, habe also Zeit“, erklärt er seine Tour. Seine Frau hingegen muss noch drei Jahre arbeiten. Nicht ausgeschlossen, dass beide dann gemeinsam Richtung Steele radeln, „denn das Angebot hier überzeugt“, wie er sagt. Zu teuer findet er die Leckerbissen nicht, auch wenn er anmerkt: „Drei Gänge-Menüs sind hier auch nicht viel billiger als im Restaurant.“ Dafür hat man Sonne und frische Luft – gratis.