Politiker machen sich für die Krayer Studiobühne stark

Sie feierten noch im Vorjahr 25-jähriges Bestehen: Michael Steinhorst und Kerstin Plewa-Brodam von der Studiobühne.
Sie feierten noch im Vorjahr 25-jähriges Bestehen: Michael Steinhorst und Kerstin Plewa-Brodam von der Studiobühne.
Foto: WAZ FotoPool
Bezirksvertretung macht sich für Erhalt der Kulturstätte in der jetzigen Form stark. Die zeichnet sich auch durch professionelle Infrastruktur aus.

Essen-Kray.  Mit einem Bekenntnis zum Standort an der Korumhöhe macht sich die Bezirksvertretung Steele/Kray für den Erhalt der Studio-Bühne in ihrer jetzigen Form stark. Denn die Zukunft des Amateurtheaters ist nunmehr seit sechs Jahren ungewiss. Damals wurde die engagierte Truppe durch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten erschüttert: Das Schulgebäude im Wohngebiet Kray-Leithe, das das Ensemble vor 26 Jahren von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen hatte, wurde darin zur Schrottimmobilie erklärt.

Jubiläumsfeier im Vorjahr

Mitten in den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Theaterstandorts kam damals diese Nachricht – seitdem befindet sich die Studio-Bühne in einer Art Schwebezustand. „Wie es genau weitergehen soll, konnte uns niemand so recht sagen“, berichtet die künstlerische Leiterin Kerstin Plewa-Brodam. „Wir haben irgendwann beschlossen, einfach weiterzumachen.“ Und so feierte die Bühne im vergangenen Jahr sogar ihr 25-jähriges Jubiläum in dem Haus, das die Stadt laut Gutachten eigentlich lieber abreißen sollte.

„Bei dieser Jubiläumsfeier gab es viele warme Worte – vom Kulturdezernenten Andreas Bomheuer, aber auch vom heutigen Oberbürgermeister“, erinnert sich SPD-Fraktionssprecher Klaus Johannknecht. „Es wird Zeit, dass diesen Worten auch Taten folgen.“ Daher habe die SPD nun den Antrag gestellt, dass die Studio-Bühne am jetzigen Standort erhalten bleiben müsse. Ein Antrag, der von allen Mitgliedern der Bezirksvertretung unterstützt wird.

Bezirksbürgermeister Klaus Hampel mahnt: „Das Schreckgespenst Schrottimmobilie muss weg.“ Er fordert die Verwaltung auf, genügend Geld für die Instandsetzung des Gebäudes in die Hand zu nehmen: „Ein Abriss würde schließlich auch Geld kosten.“ Der CDU-Bezirksfraktionssprecher Klaus Feige verlangt, die notwendigen Renovierungsarbeiten nachhaltig zu erledigen. „Es muss gut werden“, sagt er.

Der Grüne Ratsherr Ernst Potthoff ruft in Erinnerung, dass die Verwaltung über Jahre versucht habe, alternative Standorte zu finden. „Nichts hat funktioniert.“ Nun sei es Zeit, den politischen Willen der Bezirksvertretung in die entsprechenden Ausschüsse zu tragen. Dieser Meinung ist auch der sozialdemokratische Ratskollege Hand-Ulrich Krause: „Das politische Bekenntnis für den Standort ist nun gegeben“, stellt er fest. „Wir werden nun die Gespräche im Kulturausschuss aufnehmen.“

Auch Eduard Schreyer von der FDP unterstützt den Antrag, wenngleich sein Herz nicht an dem alten Schulgebäude hängt, wie er unverblümt einräumt: „Das Haus ist hässlich – aber die Arbeit der Studio-Bühne ist außergewöhnlich. Wir sollten alles dafür tun, sie zu erhalten.“

Werkstatt und Kostümfundus

Und dies, das haben die Diskussionen der letzten Jahre gezeigt, ist offenbar nur am aktuellen Standort möglich: Schließlich hat die Truppe in den vergangenen zwei Jahrzehnten dort viel Arbeit hineingesteckt – nicht nur in die Inszenierungen, die oftmals professionellen Ansprüchen genügen. Neben der eigentlichen Bühne haben sie eine Probebühne, eine eigene Werkstatt, einen Kostümfundus, eine Garderobe und ein Café aufgebaut – eine Infrastruktur, die sonst nur bei professionellen Bühnen zu finden ist.

Mit Schulprojekten sind sie fest im Stadtteil verbunden, aber auch darüber hinaus strahlt ihr Engagement. Für das Ensemble dürfte sich die Hoffnung nun erhöht haben, die Arbeit an der Korumhöhe auch künftig fortführen zu können – ohne dass weiterhin das Damoklesschwert der Schließung über das Haus schwebt.

 
 

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