Pfadfinder sagen dem Plastikmüll den Kampf an

Norbert Ahmann
Kampf dem Plastikmüll-Wahnsinn: die Pfder des Stammes Eberhard Wittgen setzten ein Zeichen.
Kampf dem Plastikmüll-Wahnsinn: die Pfder des Stammes Eberhard Wittgen setzten ein Zeichen.
Foto: Pfadfinder
Mitglieder des Pfadfinderstammes Eberhard Wittgen aus Überruhr hüllen einen Teil der Stephanus-Kirchein Überruhr in Plastik, um so ein weithin sichtbares Zeichen zu setzen. Ziel, so Pfarrer Markus Pein: „Die Schöpfung bewahren“

Essen-Überruhr.  Optik macht aufmerksam, was man gut sieht oder laut hört, das kann man auch nachvollziehen. Und so fanden die Pfadfinder des Stammes Eberhard Wittgen das richtige Mittel, um nachhaltig und auch öffentlichkeitswirksam für weniger Plastikmüll und mehr Umweltbewusstsein zu demonstrieren. Am Kirchturm der Stephanus-Kirche hissten sie eine 50 Quadratmeter große Fahne aus aneinandergehefteten Plastiktüten – weithin sichtbar fast für den halben Stadtteil. „Jute statt Plastik“: Slogans wie dieser aus den frühen 1980er Jahren sind auch noch 30 Jahre später aktuell – leider.

Katastrophale Folgen für die Umwelt

Thema Plastik: Die Herstellung, der verschwenderische Umgang und die daraus resultierenden katastrophalen Folgen für die Umwelt waren schon seit Wochen das Thema in den Gruppenstunden. Der Entschluss, der seinerzeit gefasst wurde, kam spontan und einstimmig: „Wir müssen ein Zeichen setzen.“

„Eines unserer Pfadfindergesetze sagt, dass wir uns für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen“, fand Pfarrer Markus Pein gleich zu Beginn der Aktion die richtigen Worte, die auch bei zahlreichen Pfadfindereltern und Gemeindemitgliedern auf offene Ohren stießen. „Mit dieser Aktion wollen wir auch andere wachrütteln und auf den allgemeinen Plastik-Wahnsinn aufmerksam machen. Denn gerade Plastiktüten werden meist nur kurz gebraucht und wandern dann in den Müll.“

„In wenigen Tagen haben wir in unserem privaten Umfeld Plastiktüten gesammelt, und schnell kam eine große Anzahl zusammen“, so Olaf Eybe von der Stammesleitung. In der vergangenen Woche hatten die Jugendlichen die Tüten zu einer großen bunten Fahne zusammengesetzt und sich überlegt, wie diese am Kirchturm befestigt werden kann.

Neulich nun war es dann soweit. Der gesamte Stamm versammelte sich zum Fototermin und führte anregenden Gespräche mit Passanten und Gemeindemitgliedern, die die Aktion durch die Bank begrüßten. Aus Sicherheitsgründen wurde die Fahne am Abend zunächst einmal wieder eingeholt, aber die Aktion soll wiederholt werden. Im Mai etwa wird in der Stephanus-Kirche ein Gottesdienst stattfinden, bei dem die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt steht. Pfarrer Pein: „Ein guter Anlass, um die Fahne erneut zu hissen.“

2014 haben die Pfadfinder gleich mehrfach ökologische Themen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gerückt. Ein groß angelegter Heckenschnitt, eine Lesung des Kinderbuchautoren Gerd Tersluisen über die Waldabenteuer von Ruhrgebietskindern oder die Aktion pico-bello-SauberZauber. Denn oft kann die Umwelt nicht mehr auf sich selbst aufpassen – leider.

Wer mehr über das Pfadfinderleben wissen möchte, kann sich bei Pfarrer Markus Pein melden ( 0201 85 85 203 oder unter pfadfinder@kirche.ruhr). Es gibt die Möglichkeit, die Pfadfinder in einer der Gruppenstunde kennen zu lernen. Die finden donnerstags von 17-18.30 Uhr im Stephanus-Gemeindezentrum statt. Info: www.pfadfinder-ueberruhr.de