„Pettrailing“ für Anfänger

Die Supernase: Hat Hündin „Feline“ erst einmal Witterung aufgenommen, gibt’s sehr zur Freude von Hundeführerin  Mandy van den Borg oft kein Halten mehr. Foto:
Die Supernase: Hat Hündin „Feline“ erst einmal Witterung aufgenommen, gibt’s sehr zur Freude von Hundeführerin Mandy van den Borg oft kein Halten mehr. Foto:
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Mandy van den Borg aus Horst bietet am Sonntag in Überruhr ehrenamtlich eine „Haustierverfolgung“ an. Für Hunde, die andere Tiere suchen.

Essen-Überruhr.  Wer suchet, der findet, sagt der Volksmund. So, oder zumindest so ähnlich dürfte auch Mandy van den Borg ticken, denn vor gut einem Jahr, da gründete die 40-jährige Brandenburgerin, die seit 20 Jahren in Steele-Horst lebt, den Verein „Suchhundeinsatz“ und bietet seitdem ehrenamtlich und zusammen mit ihren aktuell sieben Kollegen aus dem gesamten Ruhrgebiet das so genannte „Pettrailing“ an. Frei übersetzt eine Art „Haustierverfolgung“, bei der die Experten versuchen Tiere aufzutreiben, die irgendwie und warum auch immer verschütt gegangen sind. Wie man genau vorgeht und was es zu beachten gilt, zeigt van den Borg am kommenden Sonntag in Überruhr.

„Mantrailing“ kennt man irgendwie. Die meist von der Polizei eingesetzte Methode, bei der speziell ausgebildete Hunde gezielt Augen, Ohren und vor allem die feine Nase aufsperren, um anhand von geruchsbehafteten Gegenständen nach vermissten Menschen zu suchen. Was die Wahl-Essenerin seit Jahren und seit einem Jahr nun auch im neuen Verein praktiziert, ist ähnlich, dort jedoch geht es vornehmlich darum, dass Hunde Tiere suchen, meistens andere Hunde. „Aber wir hatten auch schon Katzen, Meerschweinchen und einmal sogar eine Schildkröte, die ausgebüxt war.“

Neulich erst spürten vierbeinige Profis wie etwa van den Borgs Australian-Shepherd-Hündin „Feline“ bei der Suche im benachbarten Langenberg „Jule“ auf, ein altes Dackelmädchen, das warum auch immer verlustig gegangen war. Zwei lange Tage und Nächte hatte der Besitzer gebangt, dann kam die gute Nachricht: „Jule“ war dort von einem Tierfreund aufgenommen worden, wo sich ihre Spur verlor. Der Finder meldete sich nach einem Aushang, schnell war alles wieder im Lot – und „Jules“ Herrchen verzichtete am Ende sogar auf „Stubenarrest“.

Im Ernst: Wenn Hunde weglaufen oder anderweitig abhanden kommen, ist das für die Besitzer fast immer ein harter Schlag. Und genau dann kommen Mandy van den Borg und ihr Verein ins meistens bitterernste „Spiel“. „Je früher wir mit einer Suche beginnen können, desto besser sind natürlich die Aussichten“, sagt die Expertin und beziffert die Erfolgsquote auf etwa 20 Prozent. Natürlich spiele das Wetter eine Rolle, erst recht der Gegenstand, an dem Supernasen wie etwa „Feline“ Witterung aufnehmen.

Wer mehr wissen möchte, sollte sich vormerken lassen und neben Schleppleine, Geschirr, vielen Leckerchen sowie mitunter einer Taschenlampe auch eine Warnweste und ein in einer geschlossenen Plastiktüte verpacktes eigenes Kleidungsstück als Geruchsträger mitbringen: Ganz wichtig zudem: den eigenen Hund nicht vergessen.

„Die Rasse“, sagt van den Borg, „ist zunächst einmal egal“. Wichtig aber sei, dass das Tier körperlich und auch mental gut drauf ist, denn auch ein an sich lockeres Schnuppertraining, bei dem auch keine großen Distanzen zurückgelegt werden, ist wahrlich nicht ohne.

Getrailt, wie auch der ehrenamtliche Profi das nennt, wird Sonntag in Gruppen mit maximal fünf Menschen-Hunde-Teams. Pro Team werden zwei Trails im Training absolviert. Vormittags und nachmittags, abends aber nicht. Denn irgendwie wollen ja alle pünktlich zum „Tatort“ wieder zuhause sein . . .

Wer Lust hat, mit seinem Hund teilzunehmen, sollte sich bis Freitag bei Mandy van den Borg anmelden: 0173 23 24 680 oder info@suchhundeinsatz.de<
Geplant: Sonntag, 6. Dezember, 10 Uhr und 14 Uhr jeweils in Überruhr. Wo genau, das verrät van den Borg bei einer seriösen Anmeldung (nachmittags). Die Teilnahmekosten (25 Euro) fließen als Spende an den Essener Verein „Team für Tiere“.

 
 

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