Mit Kanus durch den Stangenwald fahren

Herbert Holl vom Kanu-Klub Zugvogel Essen Im Stangenwald der Slalomstrecke.
Herbert Holl vom Kanu-Klub Zugvogel Essen Im Stangenwald der Slalomstrecke.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Heisinger Kanu-Klub Zugvogel plant einen wettkampftauglichen Slalomkurs an der Ruhr und hofft auf Nachwuchs aus ganz NRW

Essen-Heisingen..  Eine neue Slalomstrecke an der Ruhr – davon träumen die Kanuten des Heisinger Vereins Zugvogel schon länger. Doch nun soll die Sache konsequent in Angriff genommen werden. Mit dem erklärten Ziel, den ambitionierten Kanu-Nachwuchs aus ganz NRW nach Essen zu locken.

Kanuten an der Ruhr gibt es schon lange. So hat dort der Kanu-Klub Zugvogel (KKZ) Essen am Stauseebogen in Höhe des Ruhrkilometers 36,9 – eingebettet zwischen der alten Eisenbahn- und der Kampmannbrücke – bereits seit 1957 sein Nest. Zur Gründungszeit ging es noch eher gemächlich zu, auf langen Wanderfahrten. Doch spätestens seit der Errichtung der eigenen Kanuslalomstrecke zum Jahreswechsel 1995/96 haben die Heisinger auch ihre Liebe zum schnellen Umkurven der filigranen Stangentore entdeckt.

Vor zwei Jahren hatte die rund 50 Meter lange Trainingsanlage allerdings ordentlich gelitten, als zu Pfingsten Sturm „Ela“ mit mächtigen Böen über die Anlage zog. „Die Aufhängungen der Tore sind abgeknickt wie Streichhölzer“, erinnert sich Brigitta Möller-Ruhrländer. Seit zwölf Jahren fährt sie aktiv im Verein, seit acht Jahren ist sie die stellvertretende Vorsitzende und daher mitverantwortlich für derzeit knapp 140 Kanusportler.

In Eigenleistung richteten die Wasserfreunde die Anlage wieder so gut es ging her, „doch nun wollen wir eine 200 Meter lange Strecke etablieren, die nicht nur den Trainingsbetrieb, sondern auch den Nachwuchswettbewerb ermöglichen soll“, erklärt Ralf Kaupenjohann. Der Sportwart der Heisinger Zugvögel hat sich in der Szene längst einen Namen gemacht: Als Bezirksjugendwart hat er zwischen 1979 und 1998 bereits Nachwuchswettkämpfe organisiert. Damals allerdings in Hattingen, also auf der anderen Ruhrseite. „Diese würde ich nun in Heisingen gerne wieder aufleben lassen.“

Wie das vonstatten gehen kann, davon hat Ralf Kaupenjohann schon sehr genaue Vorstellungen: Die jungen Kanuten sollen ihre Kräfte im Mehrkampf messen, wobei sie in gemischten Gruppen antreten sollen. „Das stärkt zum einen das Zusammengehörigkeitsgefühl, zum anderen wird damit vermieden, dass es am Ende heißt, der eine oder andere Verein sei der bessere“, erklärt Ralf Kaupenjohann gleich einmal seinen pädagogischen Ansatz. Dieses Angebot soll dann mit speziellen Trainingsübungen auf dem Land komplettiert werden.

Doch dazu benötigt der Heisinger Klub einen Parcours, der neben zwei Lichtschranken mit weiterem elektronischen Zubehör zur Zeiterfassung bestückt ist. Ebenso müssen die Tore durch ein flexibles Nummernsystem gekennzeichnet sein. Zwar herrscht auf der Ruhr kein „schweres Wasser“, und auch die Strömung wäre in Heisingen eher moderat, „doch für das Training der jungen Kadetten wäre dies optimal, weil sie sich dann völlig auf die Tortechnik konzentrieren können“, so der Sportwart weiter. Zumal die Tore der neuen Anlage individuell verstellbar sind. „So lässt sich, je nach Winkel, der Schwierigkeitsgrad steigern.“

Künftig erhofft sich Ralf Kaupenjohann Teilnehmer aus ganz NRW: aus Witten, Dorsten, Hamm, aber auch Duisburg, Düsseldorf und Neuss. „Geht alles glatt, kann der erste offene Wettkampf in Essen schon im nächsten Jahr starten.“

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