Kritik an neuem Radweg durch den Krayer Volksgarten

Dominika Sagan
Noch weist das jüngst angebrachte Schild den Weg durch den Krayer Volksgarten als gemeinsamen Fuß- und Radweg aus, ersetzt wird das jetzt durch ein reines Gehweg-Zeichen mit dem Zusatz-Schild darunter: Radfahrer frei.
Noch weist das jüngst angebrachte Schild den Weg durch den Krayer Volksgarten als gemeinsamen Fuß- und Radweg aus, ersetzt wird das jetzt durch ein reines Gehweg-Zeichen mit dem Zusatz-Schild darunter: Radfahrer frei.
Foto: FUNKE Foto Services
Neue Bergroute durch den Krayer Park sorgt für Diskussion bei Politik und Stadt. Andere Schilder sollen jetzt den Vorrang der Fußgänger verdeutlichen.

Essen-Kray.  Wo Radfahrer und Fußgänger sich ihren Weg teilen müssen, da kommt es regelmäßig zu Ärger. Die einen wollen auch mal schneller fahren, ohne ständig abbremsen oder die Läufer umkurven zu müssen. Diese wiederum fühlen sich dadurch mitunter gestört und wollen einfach nur in Ruhe spazieren. Daher findet der Beschluss, eine Strecke im Volksgarten Kray nun für Radfahrer freizugeben, nicht nur Befürworter.

Der Grund für diese Änderung in dem Krayer Park ist eine neue Radstrecke: Die Bergroute soll im Herbst eröffnet werden und von der Steeler Ruhrpromenade bis nach Kray führen (wir berichteten). Und während andere Strecken für Radler um den Volksgarten herum führen, verläuft die Bergroute hindurch.

Das ist eine Ausnahme, wie Eckhard Spengler, Sprecher von Grün und Gruga, erklärt. Denn grundsätzlich verbietet die „ordnungsbehördliche Verordnung“ das Befahren der Anlagen. Das solle die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet wahren. Wenn erforderlich, sind jedoch „Ausnahmen nach Abwägung“ möglich. Dann müssen diese wie im Volksgarten Kray auch kenntlich gemacht werden. Der Weg dort sei breit genug, um das Radfahren zu erlauben.

Dennoch trifft diese Ausnahme bei einigen Spaziergängern auf Unverständnis, und auch die Politik zeigt sich gespalten. So sieht etwa Stefanie Kuhs (CDU) die neue Situation aus Sicht einer „rücksichtsvollen Radfahrerin“ als unproblematisch. Eduard Schreyer (FDP) plädiert indes dafür, probeweise eine Saison abzuwarten und dann die Beobachtungen auszuwerten.

Deutliche Kritik hingegen kommt etwa von Norbert Fischeder. Der Sozialdemokrat wendet ein, dass in einer Parkanlage, in der das Radfahren grundsätzlich verboten sei, die neu aufgestellten Schilder dazu führten, dass das Radfahren orientierungslos ermöglicht werde. Bereits jetzt zeige die Erfahrung, dass die Radfahrer den Gastronomiebetrieb und die Tierpopulation stören. „An den Stellen, an denen Kinder spielen, wie an der Minigolfanlage, an Spielplätzen und -wiesen, darf das Radfahren nicht erlaubt sein“, formuliert er und fordert, die mit der Bezirksvertretung nicht abgestimmte Beschilderung zu entfernen.

Jetzt wird eben diese Beschilderung zwar nicht entfernt, aber immerhin geändert, kündigt Stadtsprecherin Jasmin Trilling an. Das Ergebnis erneuter Gespräche zwischen Politik und Verwaltung sieht folgend aus: Das Schild „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ werde demontiert und getauscht gegen ein neues Verkehrszeichen, das den Weg durch den Volksgarten nun als „für den Radverkehr freigegebener Gehweg“ ausweisen soll.

Der Unterschied: Das neue Schild drücke den Vorrang der Fußgänger noch deutlicher aus. „Radfahrer dürfen nur Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen anhalten, wenn notwendig“, erklärt Jasmin Trilling die Änderung. Ob diese die Parteien versöhnt, bleibt abzuwarten.