Klaus Hermsen – ein hilfsbereiter Menschenfreund

Klaus Hermsen beim Besuch in Rumänien.
Klaus Hermsen beim Besuch in Rumänien.
Foto: privat
Der Horster Klaus Hermsen bemüht sich seit mehr als 40 Jahren um die Völkerverständigung mit Polen und Rumänien. Dafür erhielt er nun das Verdienstkreuz am Bande

Horst..  Es ist ein Bild der Menschlichkeit: Der Name des kleinen Mütterchens aus Rumänien ist uns nicht bekannt. Doch ihr freundliches Lächeln beweist: Sie fühlt sich wohl, geborgen. Aus dem Blick des Seniors, der schützend seinen Arm um ihre Schultern legt, spricht unendlich viel Güte, aber auch Zufriedenheit. Dieser nette Herr heißt Klaus Hermsen, geboren am 8. April 1942 in Horst. Ein Mann, für den Völkerverständigung nie ein großes Wort war – weil er sie lebt. Im Kleinen und schon seit über 40 Jahren; in Rumänien, aber vor allem auch in Polen. Dafür erhielt er nun das Verdienstkreuz am Bande.

Seinen Oberbürgermeister Reinhard Paß, der ihn nun auszeichnete, hat Klaus Hermsen zuvor nie persönlich kennengelernt, obwohl der Vater zweier Kinder bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 im Amt für Bodenordnung und Tiefbau der Stadt Essen beschäftigt war. „Ins Rathaus habe ich es nie geschafft“, flachst Hermsen. Den Moment beim OB hat er dennoch genossen, weil „der so entspannt und locker war“, wie der Geehrte betont. Vielleicht war es ja auch Hermsens Humor, der das Eis brach. „Als ich den Orden näher betrachtete, musste ich schmunzeln. Steinhauer und Lück; die Lüdenscheider Firma stellt auch unsere Karnevalsorden her.“ Bei den Horster Rittern galt Hermsen als pointenreicher Büttenredner, der Willy Brandt ebenso im Repertoire hatte wie Strauß und Adenauer. „Vers, Reim und Jambus waren meine Stärke“, sagt er heute.

Diese Anekdote zeigt nur eine Facette von Klaus Hermsen, aber eine ganz wichtige. Er war und ist den Menschen seit jeher aufgeschlossen. Ein Tausendsassa ohne Berührungsängste, der Verantwortung übernimmt: im Beruf, als Lektor der Kirche St. Joseph und im Hohen Dom zu Essen, im Gemeinderat, als Leiter der Pfarrbücherei, als Schöffe beim Amtsgericht in Essen (1989 bis 2002) oder in der Kolpingsfamilie Horst, die er 40 Jahre lang führte. Dort organisierte er Kinderfeste und Bildungsreisen auch für Erwachsene, darf sich heute Ehrenvorsitzender nennen.

Seinen Orden erhielt für sein soziales Engagement für und in Polen und Rumänien. In den 90er Jahren war Hermsen Mitgründer des Kolping-Zentralverbandes in Krakau, gilt aus Triebfeder deutsch-polnischer Beziehungen. 2003 realisierte er die „Kulturelle Weihnachtsbrücke“, verwirklichte ein internationales Theaterstück. Seit 1990 sammelt er Spenden für Rumänien und organisiert Hilfslieferungen. Hermsen, das ist einer, den man gernhaben muss und der Menschen mag. So wie seine Heimat: Darüber schrieb er sogar ein Buch und behauptet: „Horst ist mehr als ein Dorf“. Möglicherweise, doch sicher ist: Klaus Hermsen ist ein ganz besonderer Mensch.

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