Karnevalisten „machen jetzt in Schlager“

Das Duo „Rabotti hoch 2“ bei ihrer Premiere  bei „Essen Original“.
Das Duo „Rabotti hoch 2“ bei ihrer Premiere bei „Essen Original“.
Foto: FUNKE Foto Services
Peter Sander und Volker Saßen sind Vollblut-Karnevalisten. Nun wollen sie als Duo „Rabotti Hoch 2“ die Schlagerszene aufmischen.

Leithe..  Schneeglöckchen im Februar: Ausgerechnet ein Schlager von Heintje – Kinderstar der späten 1960er Jahre – diente dem Essener Duo „Rabotti Hoch 2“ als Vorlage zum ersten Coversong. Peter Sander und Volker Saßen sind beinahe so alt wie ihr musikalischer Pate heute. Schon seit zwei Jahren versuchen die Stimmungsmacher, die Schlagerszene aufzumischen. Doch ihren Traum vom ersten eigenen Hit haben sie noch nicht aufgegeben.

Als der junge Hendrik Simons, wie Heintje im wahren Leben heißt, die Welt mit so tiefsinnigen Texten wie „Heidschi Bumbeidschi, bumm, bumm“ beglückt, ist er 13 Jahre jung. Das „Goldkehlchen“ aus dem niederländischen Bleijerheide mit dem adretten Seitenscheitel und rotem Rollkragenpullover weckt die „Mutterinstinkte“ seiner vorrangig weiblichen Fans. Bezeichnenderweise stürmt sein glockenhell geträllertes „Mama“ die Hitparaden, bevor ihn der Stimmbruch und auch der Karriereknick ereilen.

Eigenen Bühnentechniker

Zu diesem Zeitpunkt wuseln Peter Sander und Volker Saßen als kleine Knirpse durch den Essener Karneval. Sander bei der Fidelitas in Kray; Saßen begeistert sich schon als Sechsjähriger für die Trainingsarbeit seiner Mutter beim Grande Corps Assindia des Essener Karnevalsvereins. „Stolz wie Oskar“ sei er gewesen, als er endlich stark genug war, die Standarte der Garde beim Rosenmontagszug zu tragen.

„Die Karneval liegt uns im Blut“, sagt auch Sander, der bei der Fidelitas eine steile Karriere hingelegt hat: Bis zum Vizepräsident und Ehrensenator hat er es gebracht. Der 55-jährige Unternehmer mit 24 Angestellten war Vorsitzender des Essener Prinzenrates und auch Chef des Festkomitees Essener Karneval. Im Mai wurde er beim FEK beerbt. Sein Nachfolger heißt – fast ahnt man es – Volker Saßen.

Gemeinsame Erlebnisse wie diese prägen. Die beiden Jecken verbindet seit Jahren eine enge Freundschaft. Und so verwundert es kaum, dass auch das Duo „Rabotti Hoch 2“ seine Wurzeln im Karneval hat. „Vor zwei Jahren ließen wir uns ein Motto-Lied für die Session texten und komponieren“, erinnert sich Sander. „Doch das Tonstudio bot so viel Material an, dass wir nun ein fast zweistündiges Bühnenprogramm haben.“ Stimmungslieder, Schlager und Partymusik – eigene Beschallungsanlage, Tontechniker und Aufbauhelfer inklusive.

Im November 2013 feierten beide Bühnenpremiere und standen kürzlich erstmals bei „Essen Original“ auf der Bühne. Ihre Zielgruppe? „Erwartet hatten wir die eher in unserem Alter“, sagt Sander. „Doch plötzlich wollten auch viele junge Leute Autogramme haben.“ Das reife Alter, beide sind Mitte 50, spielt eh keine Rolle. Als die dänischen Olson-Brüder im Jahr 2000 beim Eurovision-Songcontest auf den „Flügeln der Liebe“ (Wings of Love) in den Schlagerhimmel flogen, waren sie kaum jünger.

Das macht Mut auf der Suche nach „dem Lied, das durchstartet“, wie Sander sagt. „Hast Du erstmal einen Hit, kommen der zweite und dritte meist schnell hinterher.“ Dass beide keine Musiker sind, ist kein wirkliches Problem. „Du musst kein Musiker sein, aber ein Gefühl für die Musik haben. Das haben wir.“

Vom Heintje-Cover gibt es sogar ein Video, das bei Youtube zu sehen ist. Doch aller Anfang ist schwer. Seit September 2014 wurde der Clip exakt 3004 Mal angeklickt. Heintjes Original kommt auf 100-Tausende Zugriffe. Die neue Version wurde dennoch schon DJs auf Mallorca zum Testen vorgestellt. Und wenn das Insel-Publikum anbeißt? „Dann würden wir auch die Zeit finden, dort aufzutreten“, sagt Sander. „Dann vertritt mich eben mein Sohn in der Firma.“

Unter Erfolgsdruck setzen wollen sich beide nicht. „Wir sind ja nicht darauf angewiesen, sondern stehen beruflich voll im Leben.“ Momentan verfahren sie eh nach dem Motto: Alles, was die Musik abwirft, wird auch wieder in die Musik investiert. Und wenn es mehr werden sollte, dann wäre dies das Sahnehäubchen. „Wir haben einfach Spaß daran, auf der Bühne zu stehen und den Leuten Freude zu machen.“

Rabotti heißt – frei übersetzt – „arbeite!“. Der Name ist Programm: In ihrem neuesten Video, „Matrosen der Liebe“, tragen Peter Sander und Volker Saßen
T-Shirts mit dem Aufdruck: „Nicht quatschen. Machen“.

Auf ihrer Homepage (www.rabotti-hoch2.de) bieten die beiden Musiker ihre Songs auch als Klingelton an.

 
 

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