Kampmannbrücke über die Ruhr ist wohl ab Juli gesperrt

So soll die neue Kampmannbrücke nach ihrer Fertigstellung aussehen. Bei einer Höhe von 4,70 Metern können Schiffe unter der Brücke hindurchfahren.
So soll die neue Kampmannbrücke nach ihrer Fertigstellung aussehen. Bei einer Höhe von 4,70 Metern können Schiffe unter der Brücke hindurchfahren.
Foto: Stadt Essen
Die Kampmannbrücke zwischen Kupferdreh und Heisingen wird voraussichtlich Mitte Juli für die Dauer von zweieinhalb Jahren gesperrt.

Essen-Kupferdreh/Heisingen.. Dass nichts so dauerhaft ist wie ein Provisorium, bestätigt seit Jahrzehnten die Kampmannbrücke zwischen Heisingen und Kupferdreh. Die Ruhrquerung am nördlichen Ende des Baldeneysees wurde Anfang der 1950er Jahre gebaut, mehr als zehn Jahre bereits datieren erste Entwürfe für einen Neubau zurück. Nun nimmt die Stadt den geplanten Brückenschlag tatsächlich in Angriff.

Als vor wenigen Wochen Büsche und Sträucher entlang der Wuppertaler Straße zurückgeschnitten wurden, waren dies Vorboten für den nahenden Baubeginn. Ab der kommenden Woche wird es ernst, dann wird auf Heisinger Seite von der Einmündung der Straße Stauseebogen bis zur Kampmannbrücke eine 2,50 Meter hohe und 140 Meter lange Stützmauer errichtet, deren Zweck auch darin besteht, die unmittelbare Nachbarschaft vor Lärm zu schützen. Wird doch die Wuppertaler Straße im Vergleich zum heutigen Niveau um bis zu 1,50 Meter höher liegen. Bis Anfang Juli soll die Schutzmauer stehen, voraussichtlich Mitte des Monats wird die Kampmannbrücke dann gesperrt und abgetragen. Für die Dauer von zweieinhalb Jahren bleibt die Ruhrquerung zwischen Heisingen und Kupferdreh unterbrochen.

Rücksicht auf das Naturschutzgebiet

So sehen es die Planungen im Amt für Straßen und Verkehr jedenfalls vor. „Wir stehen unter Druck“, räumt Behördenchef Dieter Schmitz ein. Die Kampmannbrücke liegt in der Heisinger Aue. Mit Rücksicht auf das Naturschutzgebiet von europäischem Rang darf die Stadt zwischen dem Bau der Lärmschutzwand und dem Beginn der Brückenarbeiten keine Zeit verlieren; so sei es mit den Naturschutzverbänden vereinbart worden. Die Ausschreibung läuft. „Wir hoffen auf zahlreiche Angebote.“

Zur Erinnerung: Der erste Anlauf hatte nicht das erhoffte Ergebnis gebracht. Vier Unternehmen hatten Angebote abgegeben. Das günstigste lag immer noch um 1,3 Millionen Euro über den von der Stadt kalkulierten Kosten in Höhe von 7,7 Millionen. Die Pläne wurden deshalb noch einmal überarbeitet. Statt einer Hängeseilbrücke mit nur einem tragenden Seil wird nun eine Schrägseilbrücke gebaut. Technisch weniger kompliziert und dennoch für die Ingenieure eine Herausforderung.

Neue Brücke hat 22 Meter hohen Pylon

So wird das 113 Meter lange Brückenbauwerk zunächst auf den tragenden Pfeilern der alten Brücke aufliegen, um erst anschließend angehoben zu werden. Wenn die neue Brücke an einem einzigen 22 Meter hohen und damit weithin sichtbaren Pylon buchstäblich in den Seilen hängt, werden die alten Pfeiler abgebrochen. Schaulustige bekommen einiges geboten, ist sich Dieter Schmitz sicher.

Mit der Brücke erneuert die Stadt auch die Wuppertaler Straße. Auf Kupferdreher Seite verlegen die Stadtwerke entlang der Prinz-Friedrich-Straße neue Leitungen, was alleine 18 Monate dauern wird.

4000 Fahrzeuge pro Tag rollen heute über die Kampmannbrücke; täglich 11 000 werden es nach Berechnung der Stadt sein, wenn die neue Brücke eröffnet ist.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen