Grün&Gruga baut in Steele Ruhrpromenade

Noch arbeitet der Ruhrverband an seinem neuen Pumpwerk. Wenn diese Arbeiten beendet sind, will Grün und Gruga das Baggern übernehmen. Foto: Dinah Büssow
Noch arbeitet der Ruhrverband an seinem neuen Pumpwerk. Wenn diese Arbeiten beendet sind, will Grün und Gruga das Baggern übernehmen. Foto: Dinah Büssow
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Trotz Mittelkürzung wird die Verschönerung des Uferwegs in Steele realisiert - wenn auch in abgespeckter Form. Die Baurbeiten beginnen noch in diesem Jahr.

Die Steeler Ruhrpromenade wird entgegen anderslautender Befürchtungen nun doch realisiert, wenn auch in abgespeckter Form. Bis Ende 2013 soll der Spazierweg zwischen Steeler Wehr und dem Ruderclub an der Kurt-Schumacher-Brücke im neuen Glanz erstrahlen.

Auf drei Meter soll der Fußweg laut Hermann Steins vom Grün-und-Gruga Projektbüro „Neue Wege zum Wasser“ verbreitert werden, die Asphaltdecke samt Kieseleinstreuer soll dann dem Univiertel gleichen. In Höhe der Brücke wird die Radwegeführung verbessert. „Dort ist es in der Vergangenheit öfters zu Kollisionen gekommen“, so Steins.

Verzichten müssen die Wanderer und Schlenderer allerdings auf einige der ursprünglich angedachten Verschönerungen: „Für illuminierte Torbögen in den Eingangsbereichen reicht der Etat nicht“, so Steins, diese seien also nur mit Hilfe von Sponsoren realisierbar. Auch auf einen Spielplatz, den die ursprünglichen Planungen noch vorsahen, wird aus finanziellen Gründen verzichtet werden müssen.

Zudem werden einige Verschönerungen wie die Ruhrstufen, die an Ufernähe zum Ausruhen einladen sollen, knapper gehalten als zunächst gedacht. „Wir werden die Treppen voraussichtlich nicht mehr großflächig, sondern nur an einer Stelle realisieren, möglichst in Kombination mit einer freien Bootsanlegestelle“, erläutert Steins. Über die Art und Weise, wie das Gelände in Höhe des Rudervereins gestaltet werden soll, werden mit den Sportlern noch Gespräche geführt.

Immerhin: Noch im vergangenen Juli deutete alles darauf hin, dass das ambitionierte Projekt ganz gestoppt wird. Zunächst verzögerten sich die Arbeiten, die eigentlich bereits 2011 beginnen sollten: Schuld waren großflächige Kanalarbeiten des Ruhrverbands entlang des Areals, die im November 2011 begonnen haben. Für eine Investitionssumme von 14 Millionen Euro lässt er seitdem an der Westfalenstraße ein neues Pumpwerk und einen Stauraumkanal entstehen. Sprach man ursprünglich noch von einer „engen Abstimmung“ zwischen beiden Projekten, die sogar zeitgleich zu Ende gebracht werden sollten, wurde schnell klar: Die Großbaustelle des Ruhrverbandes verhindert, dass mit den Arbeiten für die Promenade begonnen werden kann. Denn das Risiko, dass Schwerlasttransporte bereits begonnene Arbeiten zunichte machen könnten, war zu groß.

Somit gefährdeten die Arbeiten des Ruhrverbands das gesamte Ruhrpromenaden-Projekt, sollte es doch aus Töpfen zur Förderung von Langzeitarbeitslosen finanziert werden, Töpfe, die der Bund in diesem Jahr zusammengestrichen hat. Doch trotz dieser Kürzungen will die Stadt ihr Arbeitsmarktprogramm „Neue Wege zum Wasser“, in dessen Rahmen die Ruhrpromenade realisiert werden soll, mindestens bis 2013 fortführen. Somit kam aus dem Bürgermeisterbüro nun auch grünes Licht für den Steeler Uferweg, wenn auch weniger Manpower zur Verfügung steht: Statt 165 Arbeitskräfte stehen jetzt nur noch 55 zur Verfügung. Aber: „Die unfreiwillige Pause hat uns genügend Zeit gegeben, die Planungen noch mal grundlegend zu überdenken“, so Steins.

Insgesamt 450 000 Euro sollen die Arbeiten nun kosten. Mit dem Abschnitt vom Wehr zum Schwimmbad wird laut Steins bereits in diesem Jahr begonnen. Das Herzstück der Promenade, zwischen Ruderclub und Schwimmbad, soll Ende nächsten Jahres fertiggestellt sein - hier kann erst begonnen werden, wenn der Ruhrverband seine Baustelle beendet. Dies soll größtenteils Ende des Jahres der Fall sein, im Frühjahr 2013 beginnen die Neubepflanzungen.

Zufrieden zeigen sich die Politiker im für Steele zuständigen Stadtteilparlament. „Darauf haben wir nicht mehr zu hoffen gewagt“, kommentiert Bezirksbürgermeister Arnold Kraemer. Befürchtungen, die Stadt könnte das Projekt doch noch kappen, um das Geld zum Beispiel in den Baldeneysee zu stecken, teilt er nicht: „Das wird niemand wagen, schließlich sind 2014 wieder Wahlen.“

 
 

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