Großer Bahnhof für Kupferdreh

Das Areal um den Kupferdreher Bahnhof aus der Vogelperspektive.
Das Areal um den Kupferdreher Bahnhof aus der Vogelperspektive.
Foto: WAZ FotoPool
Ein zentraler Busbahnhof soll für kurze Wege sorgen, auch das Umfeld wird hübsch gemacht. Im Juni wird der Rat der Stadt den Baubeschluss fassen

Essen-Kupferdreh.  Vor nunmehr vier Jahren hat die Deutsche Bahn den S-Bahnhof in Kupferdreh aufgeständert und damit „eine Etage höher gelegt“. Seitdem fragen sich viele Kupferdreher, wann es endlich weiter geht mit der versprochenen Neugestaltung des Ortskerns. Das Warten dürfte bald ein Ende haben. Im Juni soll der Rat den Baubeschluss fassen, spätestens Ende des Jahres werden dann die Bagger anrollen.

Drei Jahre lang wird Kupferdreh dann zur Baustelle. Nun, was das angeht, sind sie Kummer gewohnt im Süd-Osten. Aber dafür, verspricht Stephan Schwarz vom Amt für Stadterneuerung und Bodenmanagement der Stadt, „kommt etwas Gutes dabei heraus“. Und das ist geplant:

Der Busbahnhof

Unmittelbar am S-Bahnhof Kupferdreh wird ein überdachter zentraler Omnibusbahnhof mit fünf Halteplätzen gebaut. Das bedeutet: kürzere Wege für alle Fahrgäste, die umsteigen, um mit Bus oder S-Bahn weiterzufahren. Der Busbahnhof wird von der Poststraße aus über eine neue Verbindungsstraße direkt angefahren. Die Straße und der Busbahnhof sollen Ende 2017 fertig sein.

Parkplätze

Die etwas wild anmutenden Parkplätze unter der A 44 werden neu sortiert. Es entstehen zwei Stellflächen zu beiden Seiten des ehemaligen Bahnübergangs mit insgesamt rund 194 Parkplätzen, sieben Stellplätzen für Behinderte, zwei Kiss & Ride-Plätzen und fünf Halteplätzen für Taxis. Das dürften insgesamt weniger Stellplätze sein als heute. Immerhin: Das Parken bleibt kostenlos.

Die Radstation

Die Radstation der „Neuen Arbeit der Diakonie“ zieht um in einen 350 Quadratmeter großen Neubau. Dort richtet die Evag auch Sozialräume für die Busfahrer ein. Die Radstation bietet Platz für 180 Fahrräder, eine Werkstatt und einen Servicebereich. Für E-Bikes ist eine Ladestation geplant. Das ehemalige Bahngebäude, in dem die Radstation untergebracht ist, wird zu Beginn der Bauarbeiten abgerissen. Der Neubau soll 2018 eröffnen. Für das kommende Grüne-Hauptstadtjahr 2017 plant die Stadt mit einem Provisorium. Wo dies zum Stehen kommen soll, steht noch nicht fest.

Die Verkehrsführung

Der neue zentrale Omnibusbahnhof wird von der Poststraße aus über eine noch zu bauende Verbindungsstraße angefahren. Busse – und auch der Individualverkehr – umfahren die nördliche Stellfläche des Park & Ride-Parkplatzes und fahren zurück über die Poststraße. Lediglich die Buslinien 177 und 180 fahren am Omnibusbahnhof vorbei weiter geradeaus über die Bahnstraße bis zur Kupferdreher Straße. Auch der Individualverkehr könnte diesen Weg nehmen. Die Stadt will das beobachten, denn erwünscht ist das nicht und gegebenenfalls Schilder aufstellen: Durchfahrt nur für Linienbusse.

Das Umfeld

Das gesamte Umfeld wird aufgehübscht. Das heißt: Der Deilbach wird offengelegt, der Platz zwischen dem Bachlauf und dem Marktplatz wird für Fußgänger neu gestaltet. Zum Deilbach hin sollen Stufen zum Verweilen einladen, über den Bach wird eine Brücke führen und den Ortskern auf kürzestem Weg an den Baldeneysee anbinden.

Viel Licht soll den unwirtlichen Raum unter der Autobahn einladender erscheinen lassen. „Alles wird heller, freundlicher und übersichtlicher“, betont Stefan Schwarz. Sie werden gespannt sein, die Kupferdreher.

Die Stadt kalkuliert mit Kosten in Höhe von 14 Millionen Euro, davon neun Millionen an öffentlicher Förderung.

Die Stadt stellt die Pläne für den Umbau am Dienstag, 24. Mai, auf einer Bürgerversammlung vor. Die Veranstaltung im Gemeindehaus St. Josef, Heidbergweg 18 b, beginnt um 19.30 Uhr.

 
 

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