Gewerbetreibende wollen Stadtteil aufwerten

Hässliches Entlein? Der Krayer Markt ist eines der Projekte, das sich die Mitglieder der „Aktion Kray“ alsbald vornehmen möchten.
Hässliches Entlein? Der Krayer Markt ist eines der Projekte, das sich die Mitglieder der „Aktion Kray“ alsbald vornehmen möchten.
Foto: WAZ FotoPool
Der Verein will den Stadtteil mit einer Reihe von Projekten attraktiver machen, warnt aber gleichzeitig vor verfrühten Erwartungen.

Essen-Kray..  Mit den Vereinsmitgliedern von „Aktion Kray“ kann man prinzipiell über alles reden. Nur eines sollte man vermeiden: Sie mit der Krayer Bürgerschaft zu verwechseln. „Eigentlich sind wir nur die Interessensvertretung der Gewerbetreibenden hier im Stadtteil“, erklärt der Vorsitzende Andreas Dickmann. „Natürlich agieren wir momentan auch in einem Bereich, den man klassischerweise der Bürgerschaft zuordnen würde.“

Dieser Bereich umfasst eine ganze Reihe von Ideen, Anregungen und Aktionen, die Kray nach vorne bringen sollen. Die Botschaft des Vereins: Kray soll sich als Stadtteil nicht verstecken. Konkrete Ideen gibt es bereits, um die Gegend rund um Volksgarten und Krayer Straße attraktiver zu machen. „Momentan arbeiten wir daran, die Markt- und Geschäftsstruktur zu verbessern. Hierzu wollen wir Bürgerbefragungen durchführen“, verrät Dickmann. Ein wichtiges Schlagwort ist zudem Sauberkeit, aber auch der Krayer Markt, dem die „Aktion Kray“ das Vorurteil des hässlichen Entleins nehmen will.

Darüber hinaus will sich die „Aktion Kray“ in gemeinnützigen Projekten engagieren, so zum Beispiel ein Fußballturnier einer Grundschule unterstützen.

„Wir wollen uns breit aufstellen und zeigen, dass wir eben nicht nur der Verein sind, der einmal im Jahr ein Stadtteilfest organisiert“, betont Dickmann. Deutliche Worte, die auch in einer vereinsinternen Umstrukturierung ergründet liegen. Seit kurzem weht daher spürbar frischer Wind durch das Hauptquartier des Vereins in „Gantenbergs Brauhaus“. Auch die Bezirksvertretung konnten die Mitglieder der „Aktion Kray“ bereits für sich gewinnen. „Parteiübergreifende Unterstützung für die Projekte“ ist ihnen aus der Politik zugesichert worden.

Allerlei Skepsis

Doch wer sind überhaupt die Menschen, die sich in der „Aktion Kray“ engagieren? In erster Linie sind es Gewerbetreibende und Unternehmer aus Kray. Die Mitgliederzahl wächst zwar, viele Krayer Geschäftsinhaber begegneten der „Aktion Kray“ allerdings noch mit einer gewissen Skepsis, wie der Vorsitzende Dickmann mehrfach beobachtet hat. „Wir stehen durchaus stark unter Beobachtung, aber die Blicke sind zunächst oftmals kritisch.“

Einen Grund dafür will er auch schon ausgemacht haben: „Die Unternehmer wollen, dass wir etwas vorweisen, sie wollen Ergebnisse sehen.“

An Ideen mangelt es der „Aktion Kray“ zumindest nicht, und die Umsetzung ist eigentlich nur noch Formsache. Ob sich nach den ersten erfolgreichen Projekten mehr ortsansässige Gewerbetreibende für die „Aktion Kray“ interessieren, steht zwar noch in den Sternen, die Mitglieder bleiben aber optimistisch. Trotzdem übt man sich bei der „Aktion Kray“ derzeit noch in Bescheidenheit. „Wir wollen unsere Ziele nicht zu hoch setzen, erst einmal realistisch bleiben“, betont Dickmann. Auch wenn seine Mitstreiter und ihn das öffentliche Interesse durchaus ehrt, so warnt er doch davor, „die Erwartungen zu hoch zu hängen“. Man arbeite gemeinsam an den neuen Ideen und sorge dafür, dass die Arbeit des Vereins auch für Außenstehende stets greifbar bleibt.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel