Eiberg feiert sein 850-jähriges Bestehen mit Bürgerfest

Zechenlore und Gedenktafel an der Straße  Hobestatt 78.
Zechenlore und Gedenktafel an der Straße Hobestatt 78.
Foto: WAZ
Frühere Landgemeinde beruft sich auf dieselbe Urkunde wie Burgaltendorf. Früher war Eiberg durch Landwirtschaft und Zeche geprägt, heute gilt es als Wohnquartier.

Essen-Eiberg.. Wenn Burgaltendorf am kommenden Freitag zum „Urkundentag“ anlässlich des 850-Jährigen des Stadtteils bittet, dann haben die Eiberger ebenfalls Grund zum Feiern: Auch die ehemals selbstständige und seit 1926 geteilte Landgemeinde wird im historischen Schriftstück vom 19. Februar 1166 erstmals erwähnt.

Obwohl archäologische Untersuchungen im Vorfeld zur Wohnbebauung auf dem Pferdekamp im Frühjahr 2004 eine deutlich ältere Besiedlung nachweisen, gilt die Urkunde als anerkannter Nachweis des Geburtstages Eibergs.

Laut der ersten Steuerliste der Grafschaft Mark anno 1486 umfasste die Bauerschaft zunächst zwölf Höfe, von denen lediglich drei erst in den letzten 150 Jahren verkauft oder aufgegeben wurden. „Der letzte Hof namens Althoff an der heutigen Straße „Weg am Berge“ wurde um 1970 abgerissen“, weiß Schlich. Zahlreiche Kotten, in denen vorrangig Landarbeiter wohnten, kamen im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts dazu – am Eiberg- und Uhlendahlweg, am Wiesmannsbrink sowie an der Sudholzstraße auf Bochumer Seite. Verwaltet wurde die Bauerschaft durch reiche Bauern (Schulten); in diesem Fall von Schulte Bockholt, dessen Hof heute der Reit- und Fahrverein Steele-Horst als Vereinssitz nutzt.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hinein war Eiberg landwirtschaftlich geprägt. Erst der Einzug des Bergbaus und der Bau der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn sorgten dafür, dass Eiberg 1844 den Status einer selbstständigen Landgemeinde mit Gemeindevorsteher und Gemeindevertretung bekam. Bergarbeiterfamilien ließen sich fortan an der Varenholzstraße, am Osterfeld, Schultenweg, Sachsenring und Wegmannstraße nieder. Ein Zuwachs, dem man 1899 und 1900 mit dem Bau zweier Schulen Rechnung trug. Eine leistungsfähige Feuerwehr wurde 1911 etabliert.

Erst die Stilllegung der Steinkohlenzeche Eiberg und der Beginn des 1. Weltkrieges 1914 stoppte den Aufschwung jäh. Rezession und Arbeitslosigkeit machten auch den anderen „märkischen Gemeinden“ Königssteele, Freisenbruch und Horst zu schaffen, führten zu deren Zusammenschluss zur Großgemeinde Königssteele im Jahr 1919 – es war der Beginn einer Neuordnung der Gemeindestrukturen.

Als sich Steele und Königssteele 1926 zusammenschlossen, wurden Teile Eibergs dem noch selbstständigen Wattenscheid und Bochum-Dahlhausen zugeschlagen. Gleichsam verschob sich die ursprüngliche Provinzgrenze zwischen Rheinland und Westfalen und führte nun durch das alte Eiberger Gemeindegebiet. Kurz danach (1929) wurde Steele nach Essen eingemeindet.

Erst mit dem Bau von Kleinsiedlungshäusern am Schultenweg, Großen Schirnkamp, Sachsenring und an der Hobestatt wuchs die Bevölkerung wieder. Eine Entwicklung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Wiederabteufen des Schachtes Eiberg fortsetzte. Neue Straßen wie Fridolinstraße, Mecklingsbank, Kleverkämpchen und Reibenkamp zeugen davon. Insbesondere der Bau des Bergmannfeldes ab 1966 trug zur Expansion bei, lag die Siedlung doch zur Hälfte auf Eiberger Boden.

Kirche nach 50 Jahren profaniert

1957/58 wurde die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit am Schultenweg erbaut. Sie wurde am 23. Februar 1959 selbstständige Pfarrei und blieb es 50 Jahre lang. Ähnlich prägend war der Bau einer der größten Umspannanlagen in Westdeutschland auf der Wattenscheider Grenze in den 1960er Jahren.

Eiberg ging nach Ratsbeschluss vom 30. Juni 1967 in den Stadtteilen Freisenbruch und Horst auf. Mit Schließung der Essig- und Sauerkrautfabrik Schulte Bockholt & Werwer 1966 wurde Eiberg zur reinen Wohnstatt. Die Bebauung der Straßenzüge Groote-Ring und Im Pferdekamp waren vorerst die letzten größeren Bauprojekte in Eiberg.

Zum 850. Geburtstag plant der Heimatgeschichtskreis Eiberg am 4. Juni ein Bürgerfest rund um die ehemalige Eiberger Kirche.

Ebenso werden geschichtliche Vorträge und eine Ausstellung im Jubiläumsjahr angeboten. Infos sind der Homepage www.eiberg-heimatgeschichtskreis.de zu entnehmen.

 
 

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