Diakoniewerk Essen baut Behinderten-Wohnheim in Kupferdreh

Richtfest für das neue Johannes-Böttcher-Haus am Möllneys Nocken in Kupferdreh.
Richtfest für das neue Johannes-Böttcher-Haus am Möllneys Nocken in Kupferdreh.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Das 6 Millionen Euro teure Johannes-Böttcher-Haus soll neue Standards setzen. Bauende im Herbst 2016 geplant.

Essen-Kupferdreh..  Am Standort Möllneys Nocken ließ das Diakoniewerk Essen keinen Stein auf dem anderen: Dort, an seinem ursprünglichen Platz in Kupferdreh, wird das neue Johannes-Böttcher-Haus entstehen. Vermutlich ab Herbst nächsten Jahres – so die Planung – soll es insgesamt 40 Menschen mit Behinderung modernen Wohnraum bieten. Ein erster Schritt ist nun vollzogen. Am Montag feierte das mehr als sechs Millionen Euro schwere Projekt Richtfest.

So viel Selbstständigkeit und Normalität wie möglich – so lautet die Devise. Die neue Wohneinrichtung soll in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Standards setzen. „Das Wohnkonzept des Hauses ist sehr innovativ“, erklärt Joachim Eumann, Geschäftsführer des Diakoniewerks Essen. „Dieses Konzept fördert die Eigenständigkeit der Bewohner.“ In drei separaten Gebäuden, die von außen mit eigenen Klingelanlagen bestückt sind, also wie herkömmliche Wohnhäuser gestaltet sind, befinden sich Wohnungen mit bis zu sechs Einzelzimmern. „Von innen ist das Haus komplett barrierefrei, behindertenfreundlich eingerichtet und bietet großzügige Gemeinschaftsräume für alle Bewohner“, fügt Eumann an.

Ehemaliges Lehrlingsheim

In die Diktion des verantwortlichen Architektenbüros Eickelkamp und Rebbelmund übersetzt heißt dies: Es wurden Apartmenteinheiten entwickelt, die den Bewohnern erlauben, die anfallenden Abläufe wie Kochen und Wäschewaschen so selbstständig wie möglich leisten zu können. „Neben der möglichst flexiblen Gestaltung des eigenen, privaten Wohnbereichs, steht das Mitarbeiterteam den Bewohnern zur individuellen Unterstützung, aber auch für gemeinschaftliche Freizeitangebote zur Seite – und dies rund um die Uhr“, wie Silke Gerling, zuständige Geschäftsbereichsleiterin der Diakonie Essen verspricht.

Das Diakoniewerk verfolgt also ehrgeizige Ziele in Kupferdreh. Der Weg dahin war jedoch alles andere als leicht. Nach dem Abriss der 1952 gegründeten und damit ältesten Einrichtung des Diakoniewerks in Essen mussten zunächst umfangreiche Bergwerksschäden des ehemaligen Lehrlingsheims für Jungbergleute beseitigt werden. Die Hohlräume im Erdreich wurde aufwändig verfüllt.

Seit Beginn des Projekts sind deshalb schon mehr als vier Jahre vergangen. Seitdem leben die Bewohner in einer Wohneinrichtung in Frillendorf sowie einer Dependance in Kray. „Dass die Übergangszeit so lange dauern würde, war bei unserem Auszug damals nicht absehbar“, gibt Einrichtungsleiter Kai-Marko Danielzik zu. „Umso mehr sehnen nun alle, Bewohner wie Betreuer, den Herbst im Jahr 2016 herbei.“

Unter dem Motto „ZusammenLeben gestalten“ hält das Diakoniewerk Essen in mehr als 20 stationären Einrichtungen über 1 150 Wohnplätze bereit – in der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, aber auch in der Wohnungslosen- und Gefährdetenhilfe sowie in der Altenbetreuung. Zahlreiche ambulante Dienste bieten zusätzlich vielfältige Beratungsmöglichkeiten und Hilfeleistungen an.


Zurzeit sind bei der Diakonie Essen und seinen Tochtergesellschaften rund 1 200 Mitarbeiter beschäftigt. Damit ist der Verein einer der größten evangelischen Arbeitgeber in der Stadt Essen.

 
 

EURE FAVORITEN