Das Steeler Geburtshaus

Ein schönes Ensemble: das Laurentiusspital (rechts) lag schon 1907 im Spannungsfeld des Carl-Humann-Gymnasiums und der Laurentiuskirche.
Ein schönes Ensemble: das Laurentiusspital (rechts) lag schon 1907 im Spannungsfeld des Carl-Humann-Gymnasiums und der Laurentiuskirche.
Foto: Steeler Archiv
Das ehemalige Laurentius-Krankenhaus in Essen-Steele ist mittlerweile ein Wohnhaus mit angeschlossenem Seniorenheim - und nebenbei eines der imposantesten Gebäude im Stadtteil. Nun bekommt das Haus aus dem Jahr 1869 seinen Platz auf der Denkmalroute.

Essen-Steele..  Der Steeler Denkmalpfad wächst. Wenn am kommenden Samstag, gegen 16 Uhr, Vertreter des Steeler Archivs, die Mitgesellschafter von der Contilia-Gruppe und die Politiker aus dem Bezirk VII die neue Geschichtstafel am St. Laurentiusstift offiziell der Öffentlichkeit übergeben, dann steht auch eines der schönsten Gebäude im ganzen Stadtteil endlich auf der historischen Route. Unter Denkmalschutz steht es bereits seit 1989.

„Das Gebäude gehört zu den imposantesten in Steele“, unterstreicht Arnd Hepprich vom Steeler Archiv: „Es war hier das erste Krankenhaus und ich glaube, dass rund die Hälfte der Steeler hier auch zur Welt gekommen ist.“

Doch alles der Reihe nach. Zunächst war es der katholische Pfarrer Heinrich Hake, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts für den Bau des Krankenhauses einsetzte. Im Juni 1869 war es soweit. Im neuen Haus begrüßte man den ersten Patienten, einen schwer verletzten Arbeiter des Horster Hüttenwerks Neu-Schottland. Den Dienst übernahmen die Schwestern des Ordens „Arme Dienstmägde Christi“ aus Dernbach. Ihre Nachfolgerinnen sollten dies bis 1968 tun.

1980er Jahren markieren den größten Umbruch

Doch zunächst wurde erweitert, gestückelt, verändert. 1903/04 entstand die 19 Meter lange gotische Kapelle an der Westseite. 1911 setzte man ein zusätzliches Stockwerk auf das Haus und die Fassade wurde einheitlich gestaltet. Das Haus war komplett, zumindest fast ein Jahrhundert lang. Anfang der 1980er Jahre beschloss der Betreiber – immer noch die Laurentius-Gemeinde – das Krankenhaus in ein Altenkrankenheim umzuwandeln. Das führte zu Protesten. Dennoch zogen 168 Senioren ein.

1998 begann der nächste große Abschnitt. Zusammen mit der St. Elisabeth-Stiftung entwickelte man das Haus zu einem modernen Seniorenheim weiter und holte das Caritasträgerwerk des Bistums ins Boot. Die drei Partner gründeten gemeinsam die St. Laurentius Seniorenwerk GmbH. Ein Jahr später legte man gemeinsam den Grundstein für den Neubau in Form einer Acht. Hier ist fortan das Seniorenheim untergebracht. Der Altbau wurde in „Laurentiushöhe“ umbenannt und in ein Wohnhaus für Familien, alte und junge Menschen umgebaut. „2008 übertrug die Elisabeth-Stiftung ihre Anteile an die Contilia-Gruppe“, berichtet Andrea Steinforth, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Seniorenstift St. Laurentius. Die Gruppe brachte in schwieriger werdenden Zeiten das Know-How mit, die Laurentiushöhe mit 28 Wohnungen und die Senioreneinrichtung für derzeit 102 Personen sind seitdem im Verbund mit u.a. elf Senioreneinrichtungen.

Andrea Steinforth: „Wir haben zwar noch einige andere schöne Häuser, aber das ist kein Vergleich zu diesem hier.“

 
 

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