Das neue DRK-Heim in Horst soll ein soziales Zentrum für alle werden

An der Dahlhauser Straße in Horst wächst das neue DRK-Zentrum in V-Form, das mit seiner Rückseite an die Siedlung im Hörsterfeld grenzt.
An der Dahlhauser Straße in Horst wächst das neue DRK-Zentrum in V-Form, das mit seiner Rückseite an die Siedlung im Hörsterfeld grenzt.
Foto: Hans Blossey
In Horst wächst der Ersatzbau fürs Freisenbrucher DRK-Heim. Neben 120 Plätzen, ist ein offener Mittagstisch geplant. Investition: 12 Millionen Euro.

Essen-Horst/Freisenbruch.. Trakt für Trakt wächst an der Dahlhauser Straße das neue Seniorenzentrum des Roten Kreuzes. Baubeginn war vor etwa einem Jahr, im Frühjahr 2017 soll es fertig sein. Schon jetzt ist die V-Form der Gebäude zu erkennen, in deren Mitte ein Innenhof mit Garten und Grillplatz entstehen soll, der sich zur Siedlung im Hörsterfeld öffnet. Am Ende wird der Neubau samt Einrichtung rund zwölf Millionen Euro gekostet haben. Das DRK wird ihn für 25 Jahre pachten, sagt der Kreisgeschäftsleiter Frank Dohna. Das Heim werde schlüsselfertig übergeben.

Für das Haus gibt es bereits konkrete Pläne: Mit dem Neubau soll es im Stadtteil eine neue Begegnungsstätte für Nachbarn geben. Vorgesehen ist unter anderem ein offener Mittagstisch, zu dem jeder kommen kann. „Wir wollen ein Bestandteil des Quartiers werden“, sagt Dohna. Ein soziales Zentrum möchten sie schaffen.

120 Plätze für Bewohner entstehen in diesem derzeit an der Dahlhauser Straße neben 18 Tagespflegeplätzen und Gemeinschaftsräumen auf insgesamt drei Etagen. Die Senioren werden alle Einzelzimmer beziehen. Das Gesetz schreibe ab 2018 ohnehin 80 Prozent Einzelzimmer vor, erklärt Dohna. Die neuen gesetzlichen und pflegerischen Vorschriften sind auch der Grund dafür, dass das Rote Kreuz das bisherige Senioren-Heim in Freisenbruch aufgeben wird und stattdessen zwei neue baut. Zeitgleich mit dem Haus an der Dahlhauser Straße, soll ein weiterer Neubau mit 80 Plätzen am Schopenhauer Weg in Freisenbruch an den Start gehen.

Zu aufwendig und wohl deutlich teurer wäre der Umbau des bisherigen riesigen Hauses aus den 1970er Jahren an der Minnesänger Straße gewesen, wo es 245 Plätze gibt – in Ein- und Zweibettzimmern. Die neue Unterkunft an der Dahlhauser Straße liegt nun etwa zwei Kilometer Luftline entfernt, schätzt Dohna, für den diese Nähe wichtig war. „Hier kennt man uns, daher hätte ein Grundstück in Borbeck keinen Sinn ergeben.“

Eine logistische Herausforderung wird der Umzug ohnehin werden, die das Rote Kreuz mit seinen Kräften wie Rettungswagen stemmen will. So wie es bereits vor etwa acht Jahren in Rüttenscheid erfolgt ist. Immerhin sind die ältesten Bewohner in Freisenbruch über 100 Jahre alt. „Die Menschen sind in der Regel bereits 86 Jahre alt oder älter, wenn sie bei uns einziehen.“

Umziehen werden auch die Mitarbeiter, für die sich lediglich der Einsatzort ändern werde. „Wir haben für beide Häuser genügend Mitarbeiter“, sagt Dohna. Daher wird es keine weiteren Ausschreibungen geben. Und so werden die älteren Menschen in ihrem neuen Zuhause von Anfang an von bekannten Gesichtern umgeben sein. Bis der Umzug komplett abgeschlossen sein wird, bleibt das Haus in Freisenbruch, für das der Pachtvertrag auslaufen wird, bestehen. Diese Zusage habe ihnen der Eigentümer, die Wohnungsgesellschaft Vonovia, bereits gegeben, sagt Dohna, der schon einiges aus der Gerüchteküche vernommen habe und daher Bewohner wie Angehörige beruhigen möchte. Vergeben wurde übrigens noch kein Zimmer, dafür sei es noch zu früh. Aber eines seit jetzt schon spürbar: „Eine freudige Unruhe im Haus.“

 
 

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