Orkan Ela - Essen bekommt nur 5,65 Millionen Euro

Michael Mücke
Die Aufräumarbeiten auf den Straßen nach dem Orkan Ela werden noch Wochen dauern.
Die Aufräumarbeiten auf den Straßen nach dem Orkan Ela werden noch Wochen dauern.
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Die Nachricht von der Entscheidung des Landeskabinetts erreichte Ordnungsdezernent Christian Kromberg am Dienstag kurz nach 16 Uhr, und ihm war endgültig klar: Essen muss den größten Teil der Finanzmittel für die Beseitigung der verheerenden Orkanschäden selbst stemmen.

Mehr als 61 Millionen Euro hatte die Stadt beim Land angemeldet. So hoch sind die Schäden, die Orkantief „Ela“ laut städtischen Berechnungen angerichtet hatte. Doch NRW wird Essen nur mit 5,65 Millionen Euro unter die Arme helfen. Heißt: Die Stadt muss mittel- und langfristig voraussichtlich rund 55 Millionen Euro selbst aufbringen.

Im Grunde über jeden Euro Hilfe dankbar

Die nicht gerade üppige Landeshilfe mag den ein oder anderen enttäuschen. Kromberg weiß aber, dass das klamme NRW zu dieser Zahlung nicht verpflichtet und er im Grunde über jeden Euro Hilfe dankbar ist. Entsprechend lautet sein Statement: „Wir wissen, dass sich auch das Land in einer schwierigen finanziellen Situation befindet. Vor diesem Hintergrund begrüßt die Stadt Essen, dass das Land die betroffenen Kommunen bei der Schadensbeseitigung finanziell unterstützt.“

44 vom Unwetter betroffene Kommunen erhalten insgesamt 30 Millionen Euro - das ist gerade mal halb so viel wie allein Essen angemeldet hat. Immerhin: Die Ruhr-Metropole bekommt nach Düsseldorf noch die größte Geldspritze. Zwar könne mit den Landesgeldern der „tatsächlich entstandene Schaden nicht ersetzt werden“, berichtet der haushalts- und finanzpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Mehrdad Mostofizadeh. Die Hilfe sei aber „eine sinnvolle Ergänzung zu den Beiträgen, die viele Essenerinnen und Essener, finanziell und persönlich schon geleistet haben.“

Woher das Geld nehmen?

Nur hat das Rathaus derzeit noch keine Antwort auf die Frage, woher sie die vielen Millionen nehmen soll, um das zerfetzte grüne Kleid der Stadt wieder zusammen zu flicken. Wie die Finanzierung „vor dem Hintergrund der ohnehin schwierigen Haushaltssituation ermöglicht werden kann, darüber werden wir uns verwaltungsintern und zusammen mit den politischen Gremien Gedanken machen müssen“, kündigte Kromberg an. Es wird bald Gespräche mit der Kämmerei geben und nächste Woche ist Ela ein Topthema in der Verwaltungskonferenz.

Schon jetzt hat die Stadt Gelder in Millionenhöhe ausgegeben, um entwurzelte Bäume wegzuräumen, Gefahrenstellen auf den Straßen zu beseitigen und den Aufenthalt im Freien auf Kita- und Schulgeländen zu ermöglichen. Noch längst ist nicht auf allen Straßen das Bruchholz entfernt worden, dabei hat die EBE schon 7000 Kubikmeter abgefahren. Die Arbeiten auf den Straßen werden noch Wochen dauern. Ein konkreter Termin, wann das Aufräumen im städtischen Wald beginnt, steht noch nicht fest.

Möglich, dass nicht unbedingt notwendige Arbeiten am Essener Grün wegen Geldmangels aufgeschoben werden. Die Folgen von Ela werden die Stadt wohl noch Jahre beschäftigen.