Orkan Ela - Die Beseitigung der Schäden dauert vier Jahre

Michael Mücke
Besonders schwer würtete der Orkan Ela am 9. Juni im Schellenberger Wald in Essen.
Besonders schwer würtete der Orkan Ela am 9. Juni im Schellenberger Wald in Essen.
Foto: WAZ

Essen. Umweltdezernentin Simone Raskob stellt die Politik auf einen noch härteren Sparkurs ein. Der Orkan Ela hat ein finanzielles Loch in die Stadtkasse geschlagen.

Mehr als 61 Millionen Euro wird die Beseitigung der Schäden und das Wiederaufbauprogramm des städtischen Grüns kosten. „Das geht nicht ohne Deckelungs- und Sparvorlagen“, berichtete am Dienstag die Dezernentin im Umweltausschuss.

Bis zu 300.000 Euro in Rechnung gestellt

Allein von den Fremdfirmen wurden anfangs täglich, später wöchentlich bis zu 300.000 Euro in Rechnung gestellt. „Die mussten bezahlt werden“, betonte die Dezernentin. Heute treffen sich die Fraktionsvorsitzenden im Rathaus, um über die Konsequenzen für den Haushalt zu beraten.

Bisher ist der Orkan Ela im Essener Haushalt nicht berücksichtigt worden. „Das Geld ist nicht gesichert und stellt eine zusätzliche Haushaltsbelastung dar“, so Simone Raskob. Dieses Jahr fließen immerhin Landesmittel von 5,65 Millionen Euro nach Essen. Ein zweites Hilfspaket in gleicher Höhe erhofft sich Raskob im nächsten Jahr von zurückfließenden Geldern aus dem Hilfsprogramm für die Flutopfer an Elbe und Oder. Hinzu kommt noch etwas Geld vom Umweltministerium, das zusicherte, zu jedem Euro einer Bürgerspende einen weiteren Euro dazu zu legen. Für den Gruga-Park kamen schon mehr als 65.000 Euro an Spendengeldern zusammen, für den Schlosspark Borbeck 38.000 Euro.

5.000 neue Bäume pro Jahr

Umweltdezernentin Simone Raskob erklärte, dass „vier Haushaltsjahre“ nötig seien, um Ela finanziell abzuwickeln „Und dafür haben wir noch keinen Haushalt.“ Finanziell am schwierigsten werde es zwischen 2015 und 2018 werden. Auch können nicht alle 20.000 zerstörte oder schwer beschädigte Straßenbäume auf einmal ausgetauscht werden. Das geht schon aus fiskalischen Gründen nicht. Raskob: „Wir können doch kein Anlagevermögen vernichten.“ Da müssen die Regeln der Abschreibung berücksichtigt werden. Geplant ist derzeit, 5000 Straßenbäume pro Jahr zu ersetzen.

Im Wald wird bald geholzt

Konkreter sieht jetzt der Zeitplan für den Essener Stadtwald aus. Im September beginnen die Aufräumarbeiten. Zumindest die wichtigsten Sport- und Wanderstrecken sowie einige Radwege sollen möglichst bald wieder offen sein. Dazu zählen u.a. der Rundweg um das Wildgehege. Erst im Laufe des Winters können die meisten Waldwanderwege wieder begehbar gemacht werden. Das allgemeine Betretungsverbot ist bis zum 12. Januar verlängert worden Die Schurenbach-Halde in Altenessen kann jetzt schon aufgesucht werden.

Für den Stadtwald ist eine völlige Neukonzeption nötig. Der Ausschuss stimmte dazu der Bildung eines Arbeitskreises zu, in dem neben Fachexperten und Politikern auch Bürgergruppen und Umweltinitiativen mitwirken sollen.

Nach wie vor sind 80 Prozent aller Mitarbeiter von Grün und Gruga damit beschäftigt, Straßen und öffentliche Anlagen zu sichern. Von den 408 Spielplätzen sind bisher 270 freigegeben, von den 780 Grünanalgen erst rund 60. Die Friedhöfe sind alle wieder geöffnet.