Ohne A 40-Anschlussstelle Frillendorf steht Essen im Stau

Rund um die A 40 Anschlusstelle in Frohnhausen zeichnen sich verkehrliche Probleme ab.
Rund um die A 40 Anschlusstelle in Frohnhausen zeichnen sich verkehrliche Probleme ab.
Foto: WAZ FotoPool
Sollte die Stadt nicht wie beabsichtigt die A 40-Anschlussstelle Frillendorf Nord an der Schönscheidt-Straße bauen können, drohen dem innerstädtischen Verkehr massive Probleme und tausende Autos pro Tag mehr. Die Zahl der Straßen, die die zusätzlichen Ströme kaum noch tragen könnten, ist beachtlich.

Essen.. Über 5.400 Fahrzeuge mehr pro Tag für die Moltkestraße, 4.000 für die Rellinghauser Straße, 3.000 zusätzliche Pkw- und Lkw-Fahrer, die an der Auffahrt Kray Nord den Weg auf die Autobahn 40 suchen: Sollte die Stadt nicht wie beabsichtigt die A 40-Anschlussstelle Frillendorf Nord an der Schönscheidt-straße bauen können, drohen dem innerstädtischen Verkehr massive Probleme.

Nach einer Untersuchung der Verkehrsströme kommt die Stadt zu dem Schluss, „dass eine weiträumige Verlagerung in sensible städtebauliche Bereiche und eine Verdrängung des Verkehrs im gesamten Stadtgebiet stattfindet“. Es sei davon auszugehen, dass diese Verlagerungen „einen hohen Anteil Schwerlastverkehr“ beinhalten. Die Zahl der Straßen, die die zusätzlichen Ströme kaum noch tragen könnten, ist beachtlich: Selbst für die Essener Straße oben im Norden oder die Hans-Böckler-Straße rechnet die Stadt mit einem kritischen Verkehrsaufkommen.

Die Folgen sind zu spüren

An den anderen A 40-Anschlussstellen Kray, Huttrop, Zentrum und Bergerhausen (A 52) wären die Folgen ebenfalls zu spüren, dazu warnt die Planungsverwaltung vor „zusätzlichen Umweg- und Wendefahrten auf dem Teilstück der A 40 zwischen Frillendorf und Kray“.

Entlastung bekäme die Stadt dort, wo sie es schlicht nicht benötigt: Auf Autobahnteilstücken der A 52 und A 40, die eigentlich den Verkehr aufnehmen sollen. Auch einige wenige innerstädtische Straßen würden profitieren. Unterm Strich bleibt es aber beim Fazit der Stadt: Ohne die neue Anschlussstelle Frillendorf-Nord wird das Ziel verfehlt, „durch die neue Führung der Verkehrsströme und die direkte Anbindung der Gewerbegebiete Ernestine und Hubert eine Entlastung sensibler städtebaulicher Bereiche vom Durchgangsverkehr zu erreichen“.

Ende des Anschlusses für 2015 geplant

Das alles ist für die Stadt mehr als ärgerlich, zumal im Streit mit dem Tüv Nord um das entscheidende Baugrundstück an der Schönscheidtstraße kein weißer Rauch in Sicht ist. „Wir sind vorsichtig optimistisch“, heißt es lediglich nach den ersten Gesprächen aus dem NRW-Verkehrsministerium, dass sich inzwischen in den Konflikt eingeschaltet hat. „Der Tüv Nord muss sich noch sehr bewegen“, hatte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek noch auf dem SPD-Parteitag in der Messe Essen erklärt.

An den Parzellen hängt inzwischen der gesamte Ausbau des Autobahn-Dreiecks Essen-Ost. Denn ohne eine neue Anschlussstelle Frillendorf-Nord kann die alte kurz vor dem Dreieck nicht geschlossen werden, will man die beschriebenen Verkehrsprobleme irgendwie verhindern. Die Zeit drängt: Eigentlich ist das Aus für den alten Anschluss 2015 vorgesehen, dann will der Landesbetrieb Straßen.NRW hier den Schallschutz erneuern, vor allem aber den Übergang von der A 40 zur A 52 in Richtung Düsseldorf zweispurig ausbauen.

Zahllose Rückstaus auf der A 40

Spätestens dann, hat das Land deutlich gemacht, muss Frillendorf geschlossen werden, „da sonst eine ausreichend lange Strecke für eine sichere Verflechtung der Verkehrsströme fehlt“. Die alte Anschlussstelle ist den Verkehrsplanern schon lange ein Dorn im Auge: Die Nähe von Auffahrt und Abfahrt führt immer wieder zu Unfällen und sorgt für zahllose Rückstaus auf der A 40.

„Ich hoffe, dass wir wenigstens die Abfahrt noch nutzen dürfen“, sagt Dieter Schmitz, bei der Stadt zuständig für den Fachbereich Straßen und Verkehr. Spätestens mit der Freigabe der zweispurigen Verkehrsführung zur A 52 werde das Land aber die Schließung anordnen. Bis dahin wird die neue Anschlussstelle Frillendorf-Nord sicher nicht gebaut sein, selbst wenn es jetzt zu einer schnellen Einigung mit dem Tüv käme. Schmitz ist skeptisch: „Wir geraten da in ein Delta, das wird sich nicht vermeiden lassen.“

 
 

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