OB hofft auf ein deutliches Zeichen

Kaum waren die Stimmen des SPD-Mitgliederentscheids ausgezählt, verzog sich der Parteivorstand zusammen mit den Kontrahenten dieses für die Essener Genossen so wichtigen Abends in ein Hinterzimmer des DGB-Hauses – um nach wenigen Minuten das Ergebnis zu verkünden: Dass der amtierende Oberbürgermeister Reinhard Paß danach die Entscheidung der Basis ziemlich verschnupft kommentierte, war allein seinem Gesundheitszustand geschuldet, nicht dem für ihn deutlichen Votum: „Ich hoffe, dass das die Partei zusammenbringt, um auch am 13. September ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ Zweifel an seinem Sieg hätten ihn nach unterschiedlichen Rückmeldungen aus der Partei zwischenzeitlich durchaus beschlichen: „Es war ein offener Wettbewerb. Mit Wahlen ist es wie auf hoher See.“ Nach geschlagener Schlacht blickt der OB nach vorn und hofft auf „ein deutliches Zeichen auf dem Nominierungsparteitag“. Danach setzt er durchaus auf seinen Amts-Bonus, um der CDU und ihrem Spitzenkandidaten Thomas Kufen im Wahlkampf für die Oberbürgermeisterwahl „fünf Jahre Reinhard Paß entgegen setzen“ zu können. Eine Erkenntnis werde er aus den vergangenen Wochen mitnehmen. Die Regionalkonferenzen seien das geeignete Format, um die Parteibasis mitzunehmen.

Angelika Kordfelder gab sich gestern als faire Verliererin mit „Profilächeln“, wie sie selbst sagte: „Ich möchte Reinhard Paß gratulieren und wünsche ihm deutlich mehr als 55 Prozent auf dem Parteitag und einen wunderbaren Wahlkampf.“

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