Nur 200.000 Besucher beim Musikfestival "Essen.Original"

Kai Süselbeck
Samstagabend auf dem Kennedyplatz: Stimmungsvolles Licht, gut gefüllte Fläche.
Samstagabend auf dem Kennedyplatz: Stimmungsvolles Licht, gut gefüllte Fläche.
Foto: WAZ
Zum Musikfest "Essen.Original" sind in diesem Jahr weniger Besucher gekommen als in den Vorjahren. Die Veranstalter sprechen von circa 200.000 Besuchern und vermuten, dass das schlechte Wetter von Freitagabend daran schuld ist.

Essen. Veranstalter Essen Marketing (EMG) hat am Sonntag zufrieden Bilanz des Stadtfestes gezogen. EMG-Prokurist Dieter Groppe schätzt die Besucherzahl auf rund 200.000. Das ist deutlich weniger als die Viertelmillion im Vorjahr. Besonders der Dauerregen am Freitagabend hat den Gastronomen Umsatzeinbußen gebracht.

„Das Wetter war vor allem schade für die Künstler. Wenn sogar eine Rampensau wie Comedian Hennes Bender das Publikum nicht mitreißen kann, dann hatten die Anderen keine Chance“, sagt Groppe. In der Tat: Während sich am Freitagabend Sebastian Pufpaff auf der Bühne am Kennedyplatz abmühte, standen mehr Menschen für die EMG-Festivalbändchen Schlange als vor der Bühne. Überhaupt, diese Bändchen waren an allen Tagen heiß begehrt: Fast 7000 hat die EMG vorwiegend unter das Jungvolk gebracht. Die Energydrinks mit Original-Logo dagegen fanden weniger Absatz als erhofft.

Positive Ausreißer am Freitag waren die Turock-Bühne am Viehofer Platz und die Young Stage am Flachsmarkt, die auch am Freitag ordentlich besucht waren.

Besuch an der Elektro-Bühne war sensationell

Am Wochenende, sagt Groppe, hat dann „die Jugend die Innenstadt in Besitz genommen“. Und Reinhard Wiesemann hat auf spektakuläre Weise Recht behalten. Elektro-Musik fehle noch im Musikprogramm des Stadtfestes, hatte der Gründer des Unperfekthauses behauptet und mit Kai Shanghai vom gleichnamigen Club ein Programm auf dem Webermarkt auf die Beine gestellt. Vor der Resonanz zieht Groppe den Hut: „Der Besuch an der Elektro-Bühne war sensationell. Ist schon fest eingeplant fürs nächste Mal.“ Kleines Malheur am Rande: Am Samstagabend stellte sich heraus, dass das Programm dort bis 23.30 Uhr geplant war, die Genehmigung aber nur bis 23 Uhr beantragt war. Das Problem wurde auf dem kleinen Dienstweg mit Ordnungsamt und Polizei behoben.

Der Rettungsdienst meldete am Sonntag einen ruhigen Einsatzverlauf. Ein Problem ist aber offensichtlich schwer in den Griff zu bekommen: der massive Alkoholkonsum vor allem junger Besucher. 20 Alkoholopfer zählten die Helfer. Die Sicherheitsdienste beobachten, dass viele der jungen Besucher schon alkoholisiert zum Fest anreisen.

Das Glasflaschenverbot auf dem Festgelände wird nach Beobachtung der EMG weitgehend akzeptiert. Zwei Händler am Webermarkt, die Glasflaschen verkauften, gaben nach Androhung eines Zwangsgeldes von 5000 Euro auf.