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NRW: Kneipen haben geöffnet, Bars bleiben dicht – das ist der Grund

Bars bleiben dicht, Kneipen dürfen öffnen. (Symbolfoto)
Bars bleiben dicht, Kneipen dürfen öffnen. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Mint Images

Essen. Viele Lockerungen sind seit einigen Tagen in NRW umgesetzt worden, unter anderem darf die Gastronomie wieder öffnen. Wenn auch zu erschwerten Bedingungen, die nicht jeder umsetzen kann oder will. Für viele Inhaber von Bars stellte sich aber vor allem eine Frage: Habe ich nun eine Bar oder Kneipe und darf ich überhaupt öffnen?

Vergangene Woche war die Verwirrung in NRW bei vielen Betreibern von Bars und Kneipen groß. Und auch die Städte hatten erstmal große Fragezeichen im Kopf: Wo ist denn nun der Unterschied zwischen einer Bar und einer Kneipe?

In NRW dürfen Kneipen öffnen, Bars jedoch nicht – was ist der Unterschied?

Silke Lenz von der Stadt Essen sagte vergangene Woche noch: „Ab dem 11. Mai soll die Wiederaufnahme des gastronomischen Angebots in Speisegaststätten bei Vorliegen eines Hygienekonzepts im Innen- und/oder Außenbereich wieder möglich sein. Ein reiner Bar- und Tresen-Betrieb ist also nicht möglich.“

Und sie brachte ein Beispiel an: „Ganz konkret: die Ampütte (in Rüttenscheid, Anm. d. Red.) hat ein Speiseangebot, dieses kann (begleitend mit Getränken) angeboten und an aufgestellten Tischen eingenommen werden, der Tresen-Betrieb, an dem der 1,5 Meter Abstand nicht gewährleistet werden kann, ist nicht möglich.“

Zu diesem Zeitpunkt gingen viele Bars wie auch das Daktari in der Nähe des Essener Hauptbahnhofes und die Temple Bar in der Innenstadt davon aus, dass sie geschlossen bleiben müssen. Denn sie bieten keine Speisen an.

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Doch dann konkretisierte NRWs Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart nur einen Tag später das Ganze zum Glück: Kneipen mit Sitzplätzen dürfen öffnen, solange sie ein Hygienekonzept vorlegen können. Und das gilt auch für Bars, die nur Getränke anbieten.

Auf der Seite des Landes NRW steht dennoch weiterhin: Bars und Clubs bleiben geschlossen, Speisegaststätten dürfen öffnen. Von Kneipen mit Sitzplätzen keine Rede. Wurde das Dokument bisher einfach noch nicht aktualisiert?

Dennoch haben viele Bars nun geöffnet, der Ansprache von Pinkwart sei Dank. Der Unterschied zwischen Bars und Kneipen sind demnach einzig und allein die angebotenen Sitzplätze: Das Land NRW geht bei einer Bar davon aus, dass sie nur Tresen - und Stehbetrieb anbietet. Eine Kneipe kann Sitzplätze haben.

Bisher hat das Land NRW auf die Anfrage von DER WESTEN bezüglich der genauen Definition nicht reagiert.

Betreiber reagieren skeptisch auf Öffnungen

Doch viele Inhaber wollen nun erstmal abwarten, ob sich das Öffnen mit den deutlich wenigen Gästen überhaupt lohnt. Der Betreiber der Temple Bar will sich das kommende Wochenende anschauen, denn: „Ich weiß nicht, ob sich das überhaupt rechnet, mit den Bestimmungen passen nicht so viele in den Laden. Ich bin echt gespannt.“

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Auch das Daktari hat nun geöffnet, wegen des Hygienekonzeptes passen gerade mal 16 Gäste gleichzeitig in die Bar.

Betreiber Sven Momber sagt: „Die Platzanzahl fällt schwer ins Gewicht. Und wir arbeiten wie bisher ohne Reservierungen, da müssen wir auch mal schauen, ob wir da irgendwann gegensteuern müssen, falls sich ein Rückstau an Gästen bilden würde.“

Bußgeldkatalog ist nicht auf aktuellem Stand

Für die Städte ist das Verfolgen des Einhaltens der Corona-Regeln nicht so leicht. Denn einen konkreten Bußgeldkatalog gibt es bisher vom Land nur mit der Gültigkeit vom 7. Mai. Ob noch ein konkreterer Katalog nachgereicht wird, ist bisher unklar.

Solange heißt es aber: Wenn sich ein Betreiber einer Bar, Kneipe oder eines Restaurants nicht an die Vorgaben hält, kostet ihn das 1000 Euro Strafe.

 
 

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