„Notbetrieb darf nicht der Standard sein“

Der Personalrat der Stadt Essen kritisiert das Sparpaket in seiner jetzigen Form: Wenn die Stadt schon beim Personal sparen wolle, so solle sie es "richtig" tun.
Der Personalrat der Stadt Essen kritisiert das Sparpaket in seiner jetzigen Form: Wenn die Stadt schon beim Personal sparen wolle, so solle sie es "richtig" tun.
Foto: Oliver Müller NRZ
Der Personalrat der Stadt Essen meldet sich zum Sparpaket zu Wort.

Essen. Wenn die Stadt schon beim Personal sparen will, dann soll sie es richtig tun – soll den Beschäftigten nicht nur immer neue Aufgaben aufladen und die Arbeit verdichten, sondern deutlich machen, wo man den Bürgerservice einschränken oder auf Arbeitsgebiete ganz verzichten will.

Mit dieser Position hatte der Personalrat der Stadt stets die so genannte „Aufgabenkritik“ eingefordert und zeigt sich jetzt erst einmal zufrieden darüber, dass die Stadtspitze diese Hausaufgaben gemacht hat: „Es kann doch niemand ernsthaft geglaubt haben, dass bei einem Personalabbau von mehr als zehn Prozent das gesamte Aufgabenspektrum der Stadtverwaltung erhalten bleiben kann“, so Kai-Uwe Gaida, der Vorsitzende der Arbeitnehmervertretung:.

Schließlich finde der Stellenabbau nicht gleichmäßig statt, weil der natürliche Schrumpfungsprozess durch das Erreichen des Rentenalters genutzt wird. Die Altersstruktur in den Fachbereichen sei aber sehr unterschiedlich ausgeprägt. Fachbereiche, die stärker betroffen sind, benötigten dringend Entlastung aus anderen Aufgabengebieten, die jetzt womöglich ersatzlos entfallen.

In den Bürgerämtern fehlt Personal

„Allein in den Bürgerämtern“, so Gaida, „fehlen bereits heute enorm viele Kolleginnen und Kollegen. Oft genug müssen Standorte wegen Personalmangels geschlossen werden, Bearbeitungs- und Wartezeiten steigen extrem an.“ Das belaste nicht nur die Kollegen, sondern könne auch nicht im Interesse der Essener Bürger liegen: „Notbetrieb darf nicht Standard sein.“

Wenn die Beschäftigten der Stadt trotz Überstunden und Wochenendarbeit ihre Arbeitsmenge nicht mehr bewältigen könnten, dann stimmten eben die Arbeitsbedingungen nicht mehr. Dabei sieht auch das soeben vorgelegte Konzept den Wegfall von Jobs und die Verdichtung einiger Arbeitsbereiche vor. Welche Punkte der Personalrat mitträgt und wo er eine gänzlich andere Meinung vertritt, will das Gremium nun in den kommenden Wochen eingehend prüfen. Die Stellungnahme wird dann der Politik im Rat vorgelegt.

 
 

EURE FAVORITEN