Wetterhahn am Katernberger Markt kräht wieder

Der Gockel kräht bald wieder auf dem Bergmannsdom in Katernberg.
Der Gockel kräht bald wieder auf dem Bergmannsdom in Katernberg.
Foto: Dietmar Mauer
Durch einen Blitzeinschlag während des Ela-Pfingstunwetters wurde der Wetterhahn auf der evangelischen Kirche in Katernberg zerstört. Ab heute wird das Gerüst abgebaut: Der Hahn kann wieder seinen Dienst verrrichten.

Essen-Katernberg.. Der Wetterhahn auf dem Turm des Bergmannsdoms kräht wieder. Heute beginnt die Firma Arnholdt aus Gelsenkirchen mit dem Abbau des Gerüsts. Damit ist einer der außergewöhnlichsten Schäden, die das Sturmtief „Ela“ zu Pfingsten angerichtet hatte, endlich behoben.

„Ela“ hatte mit aller Kraft an dem Kirchturmgeflügel gezerrt. Mehr oder minder aber vergeblich. Denn erst ein Blitz, der in 52 Metern Höhe eingeschlagen war, schaffte es, den Vogel mit einer Spannweite von rund 1,20 Metern zu erlegen. Aufgeschreckt durch den Stromschlag, löste sich das Tier aus seiner Halterung und stürzte in die Tiefe.

Bevor der Hahn auf der Wiese neben der Kirche aufschlug, knallte er aber noch auf ein Zwischendach. „Da hat er die Dachrinne zerstört“, erzählt Dirk Treptow, der in der evangelischen Kirchengemeinde Nord für die Immobilien und Liegenschaften zuständig ist.

Detailverliebt

Durch den Blitzeinschlag in luftiger Höhe wurde jedoch nicht nur der Wetterhahn erlegt, sondern seine gesamte Umgebung beschädigt. So ist die Kirchturmspitze an einem sogenannten hölzernen „Kaiserstiel“ befestigt. In ihm steht eine Metallstange, auf der wiederum der Hahn thront. Eingebunden sind die eisernen „Tulpen“, die die Windrichtung anzeigen. „Das ist eine detailverliebte Konstruktion“, weiß Dirk Treptow seit langem.

Er war mit den Handwerkern auf den Kirchturm geklettert, um sich persönlich um den Hahn zu kümmern. „Da oben rutscht einem das Herz in die Hose“, gibt er unumwunden zu. Doch der Einsatz war es ihm wert. Schließlich löcherten ihn gerade die Katernberger Kinder: „Kommt der Gockel wieder drauf? Wann dreht sich der Hahn wieder im Wind?“

Dirk Treptow, der schon vor Jahren für den Erhalt der imposanten Kirche gesammelt hat, weiß seit dieser Zeit: „Das ist alles sehr symbolträchtig für die Katernberger Bürger.“

Stolz ist er auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Handwerksfirmen wie den Dachdeckern von Hovestadt aus dem Nordviertel, den Holzkonstrukteuren von Kontny in Mülheim oder Schlosser Bernd Mervar vom Stadthafen, der die Haltestange erneuerte und dem lädierten Hahn wieder einen ordentlichen Anstrich gab. Letztlich sorgen die Experten der Essener Firma Theodor Baum für den künftigen Blitzschutz.

„Innerhalb von vier Wochen haben wir das hinbekommen“, freut sich Dirk Treptow über die Heilung des Wetterhahns.

 
 

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