Viele Bürger in Essen-Karnap wollen auf dem Markt parken

Zur Veranschaulichung hatte der Karnaper Ratsherr Guido Reil (SPD) auch eine Skizze des Marktparken mitgebracht. Der Karnaper will hinter den zu sehenden Marktständen Stellflächen einzeichnen lassen.
Zur Veranschaulichung hatte der Karnaper Ratsherr Guido Reil (SPD) auch eine Skizze des Marktparken mitgebracht. Der Karnaper will hinter den zu sehenden Marktständen Stellflächen einzeichnen lassen.
Foto: Funke Foto Services
Im Streit um das Vorhaben in Essen-Karnap schart die örtliche SPD nun Befürworter um sich und sammelte am vergangenen Samstag in zwei Stunden rund 150 Unterschriften.

Karnap..  Der Kampf um das Parken auf dem Karnaper Markt geht in seine nächste Phase. Zur Spitzenzeit sammelte die örtliche SPD in zwei Stunden am vergangenen Samstag rund 150 Unterschriften für das Vorhaben. „Die Karnaper wollen das einfach“, stellt der Ortsvereinsvorsitzende Stephan Duda fest. Wollen sie das wirklich? Auch wir haben uns umgehört.

„Ich bin nicht für das Parken auf dem Markt. Dort spielen Kinder und wenn alles zugeparkt ist, ist das blöd.“ Gleich die erste Karnaperin, die ihre Meinung zu den Plänen der Karnaper Genossen mitteilt, erteilt denen eine klare Absage. Doch Beyhan Kandur sollte die Einzige bleiben. Schon nach rund 20 Minuten haben die Befürworter ihren ersten Unterschriftsbogen voll. Und das liegt nicht daran, dass sie Rosen für den anstehenden Muttertag verteilen.

„Das Chaos muss aufhören.“

Der Karnaper André Hausmann ist extra zum Rewe-Markt gekommen. „Meine Frau arbeitet hier und sieht das Drama jeden Tag. Wenn die Lkw fast stündlich den Rewe beliefern und dann auch noch die Leute auf den dortigen Parkplatz wollen, ist das Chaos perfekt“, schildert er. Hausmann wünscht sich ein Parken auf dem Markt mit zusätzlicher Einfahrt im hinteren Bereich, an Timpe-/Ahnewinkelstraße – eine Variante, die auch die SPD als Option sieht. Hausmann: „Der Markt ist doch fast ungenutzt. Wenn man in Karnap herumfragt, sagen alle das Gleiche.“

Zumindest an diesem Samstagmorgen hat er Recht. „wenn man mit dem Auto hier unterwegs ist, ist man froh, wenn man auf dem Markt parken kann“, sagt Ilona Bach. Die 74-jährige Ursel Schröder berichtet: „Ich parke immer 100 Meter weit entfernt. Am Wochenende ist es hier fast unmöglich, einen Parkplatz zu finden.“ Auch Christel Beyer steuert den Markt mit angrenzendem Rewe selten direkt an. „Wir parken meistens ein Stück weit weg. Hier ist überhaupt kein Platz, das Chaos muss aufhören“, fordert sie.

Tatsächlich ist am Samstag gegen 11 Uhr auf dem normalen Rewe-Parkplatz nichts zu gewinnen, immer wieder warten Fahrer mit laufendem Motor auf frei werdende Lücken. Chaos kann man die Situation heute nicht nennen, aber Lkw-Anlieferungen finden auch nicht statt. Meiden schon viele Kunden den Karnaper Rewe? Christel Reh: „Wenn ich Großeinkäufe zu erledigen habe, fahre ich zum Rewe nach Gelsenkirchen-Horst. Hierher komme ich nur mit dem Rad.“

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