„Tiegelino“ gegen die Langeweile in Flüchtlingsunterkunft

ISSAB stellt die Funktion des Bauwagens für Kinder auf dem Hof der Flüchtlingsunterkunft Tiegelstraße vor. Die Kinder, die in der Unterkunft wohnen, spielen in dem Sandkasten vor der Unterkunft.
ISSAB stellt die Funktion des Bauwagens für Kinder auf dem Hof der Flüchtlingsunterkunft Tiegelstraße vor. Die Kinder, die in der Unterkunft wohnen, spielen in dem Sandkasten vor der Unterkunft.
Foto: FUNKE Foto Services
Ein ausgedienter Bauwagen hinter der Tiegelschule soll zum Treffpunkt für Jung und Alt werden. Ausgangspunkt des Ferienprogramms war er bereits.

Nordviertel..  Der Schulhof hinter der Tiegelschule ist nicht viel mehr als eine graue Asphaltwüste. Zum Spielen lädt er wirklich nicht ein. Kein Wunder, dass sich unter den Flüchtlingskindern, die hier ihre Sommerferien verbringen mussten, Langeweile breit machte. Dass es nicht ganz so schlimm wurde, haben sie ihrem „Tiegelino“ zu verdanken. Das ist der bunte Bauwagen, der jetzt im ehemaligen Schulgarten steht. Er wurde zum Treffpunkt von Kindern und Erwachsenen und zum gern genutzten Ausgangspunkt von Ferienaktionen.

Organisiert wurden das Programm von Cathrin Zimmermann, Sozialarbeiterin beim Institut für Stadtteilentwicklung der Uni Duisburg-Essen (ISSAB). „Für uns war es dabei wichtig, die Bedürfnisse der Leute in der Flüchtlingsunterkunft zu erkunden. Der Bauwagen hilft, denn seine Tür steht allen offen, seien es alleinreisende junge Männer oder Eltern mit ihren Kindern“, sagt sie zum Hintergrund.

Anfang Juli ging es los mit Spielen auf dem Schulhof, seien es Fußball oder Federball. Auch eine Gute-Laune-Aktion mit vielen Wasserspielen an einem heißen Sommertag lockerte den Alltag auf.

„Uns ist es auch wichtig, die Bewohner des Eltingviertels und ihre Orte einzubeziehen“, fügt die Sozialarbeiterin, die zuvor auch in Katernberg tätig war, hinzu. An einem Tag wechselten die Kinder von der Tiegelschule das Mobil: Vom Bauwagen ging es zum Flizmobil, das an der St-Gertrud-Kirche Station gemacht hatte. „Schön war, dass die Familien aus der Tiegelschule mit anderen Familien in Kontakt kamen“, erinnert sich auch Gabi Wittekopf, die Moderatorin des Stadtteilprojekts Altenessen-Süd/Nordviertel. „Außerdem wurden die Familien noch einmal über den Deutschunterricht in der Gemeinde St. Gertrud informiert. Sie besuchen in gerne und regelmäßig.“

Weitere Höhepunkte des Ferienprogramms waren das gemeinsame Backen der Frauen beim Bäcker Peter, ein ausgelassener Tag im Krupp-Park und zum Abschluss der Ausflug in den Duisburger Zoo. Rund 60 Personen fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Rhein, „Doch möglich wurde der Tag erst durch eine großzügige Spende aus der Gemeinde Huttrop und des hiesigen Trimmclubs, die uns von dem Ehrenamtlichen Ulrich Ligensa vermittelt wurde“, berichtet Cathrin Zimmermann. So mussten die Flüchtlingsfamilien nur einen kleinen Eigenanteil an der Eintrittskarte bezahlen. „Das hat aber die Wertschätzung für den Ausflug erhöht“, sagt die Sozialarbeiterin.

Übrigens: eingeweiht wird „Tiegelino“ mit einem Fest am Freitag, 2 September, ab 16 Uhr.

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