„Stadt muss härter durchgreifen“

Michael Heiße

Bergeborbeck/Vogelheim.  Die Bürgerinitiative gegen den wilden Automarkt in Bergeborbeck und Vogelheim will offensichtlich keine Zeit verlieren, ihre Forderungen an Verwaltung, Ordnungskräfte und Polizei durchzusetzen. Nur einen knappen Monat nach ihrer Gründung trafen sich die BI-Mitglieder erneut im Minna-Deuper-Haus, um ihre weiteren Pläne zu beraten.

Im Saal an der Germaniastraße war erneut kein freier Platz zu bekommen, so groß war der Andrang. „Schon bei Gründung zählten wir 83 Mitglieder“, sagt BI-Sprecher Uwe Splitt. „Nun kommen noch 30 weitere hinzu.“ Mindestens, denn BI-Vertreter Klaus Barkhofen kündigte bereits weitere Neuzugänge an. Splitt: „Wir wollen künftig auch mit Initiativen aus anderen Stadtteilen, beispielsweise aus Altenessen, kooperieren, denn das Thema ist natürlich nicht auf unser Quartier begrenzt“.

Die Betroffenheit der Bürger in Bergeborbeck und Vogelheim ist groß. Deshalb wurden an diesem Donnerstag alle Anliegen der Betroffenen gebündelt. Die Liste ist lang: Allen voran die Forderung, alle abgemeldeten Fahrzeuge innerhalb der im Jahr 2002 von der Stadt festgelegten „Bannmeile“ rigoros abzuschleppen. „Zuletzt wurden da nur Verwarnungen verteilt“, sagt Uwe Splitt. „Das allein reicht sicherlich nicht aus.“ Auch die Übernachtung in den Fahrzeugen, wie zuletzt mehrfach beobachtet, sei laut BI zu unterbinden. „Das ist in Essen verboten“, sagt Splitt.

Es geht um Sicherheit

Besonders der Parkplatz an der Hafenstraße/Ecke Bottroper Straße sei davon betroffen. „Dort werden nicht nur Fahrzeuge abgestellt, sondern auch repariert“, wie Uwe Splitt weiß. Und dies, obwohl dort ein Schild die Parkzeit mit Parkscheibe auf drei Stunden begrenzt. „Doch daran hält sich eigentlich niemand“, wie Uwe Splitt moniert.

Doch es geht ihm und seinen Mitstreitern auch um die Verkehrssicherheit: „Auf der Hafenstraße geht es nach der Schranke steil bergab. Wenn dort Autos und, wie zuletzt, Abschleppwagen wild am und auf dem Bürgersteig parken, dann sind Fußgänger nicht selten zum Ausweichen gezwungen“, so Splitt. „Nicht ungefährlich bei dem dort hohen Verkehrsaufkommen.“

Das Thema Sicherheit hat noch einen weiteren Aspekt: Die Menschen hier fühlen sich nicht mehr wohl, haben mitunter Angst“, sagt Splitt. Die Kundschaft im nun genehmigten Hotel an der Bottroper Straße 202 sei alles andere als vertrauenswürdig. Ein Antrag einer Spedition, den Innenhof dort künftig als Verladestation und Stellplatz für Fahrzeuge zu nutzen, liegt bereits vor, hat BI-Sprecher Klaus Barkhofen in Erfahrung gebracht.

Das nächste Treffen der BI ist auf den 17. Januar 2013 terminiert. Die Teilnehmer treffen sich erneut um 19 Uhr im Minna-Deuper-Haus, Germaniastraße.

Zu den Gästen zählen auch Christian Kromberg, Geschäftsbereichsvorstand für Personal, Organisation, öffentliche Ordnung und Feuerwehr, sowie Klaus-Peter Netz, Leiter der Polizei-Inspektion Nord.