Rund 400 Nachbarn besichtigen das Zeltdorf

Sozialdezernent Peter Renzel (v.) begrüßte die Nachbarn zur Besichtigung des Zeltdorfs an der Hamburger Straße.
Sozialdezernent Peter Renzel (v.) begrüßte die Nachbarn zur Besichtigung des Zeltdorfs an der Hamburger Straße.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Die Flüchtlingsunterkunft an der Hamburger Straße wird ab der nächsten Woche bezogen. Es gibt drei Schlafzelte für Familien, eines für Männer.

Essen-Frohnhausen..  Das Flüchtlingszeltdorf auf dem ehemaligen Sportplatz an der Hamburger Straße wird ab nächsten Dienstag belegt. Jetzt hatten die Nachbarn Gelegenheit, die Einrichtung für 400 Menschen zu besichtigen – und machten davon reichlich Gebrauch. Rund 400 Anwohner hörten sich die Einführung von Sozialdezernent Peter Renzel an. „Wir machen hier keine zweite Bürgerversammlung, sondern eine Begehung“, betonte Renzel gleich zu Beginn und versuchte so allgemeine Fragen, die bereits bei der Info-Veranstaltung im Dezember in der Markuskirche gestellt wurden, abzuwiegeln. „Bei 35 Menschen, die Essen pro Tag zugewiesen werden, ist das Dorf in zwölf Tagen voll belegt“, schätzt Martin Gärtner vom städtischen Geschäftsbereich Soziales.

Die Bauarbeiten auf dem Sportplatz, auf dem früher der VfB Frohnhausen spielte, hatten sich aufgrund der Bodenbeschaffenheit verzögert. So musste das Gelände zuerst auf ein Niveau gebracht werden. Auch die Entschärfung eines Blindgängers stand an.

Sechs Zelte stehen auf dem umzäunten Areal: Drei dienen als Unterkunft für Familien, eines für alleinreisende Männer. Zudem gibt es ein Betreuungs- und ein Verpflegungszelt. Je 100 Menschen wohnen in einem Zelt, in abgeteilten Kabinen mit vier bzw. sechs Betten. Türen gibt es keine, nur Vorhänge. „Ja, das hier ist die Grenze der Privatsphäre, weniger ist unwürdig. Zustände wie im griechischen Idomeni wird es hier niemals geben“, versprach Renzel. Er verwies auf den Unterschied zwischen „Flatterzelten“, wie sie die Bürger aus Fernsehberichten kennen, und den vergleichsweise solide gebauten Unterkünften wie in Frohnhausen.

Die Anwohner interessierten sich für den Tagesablauf der Flüchtlingen. Sie ließen sich erklären, dass das Essen – aus hygienischen Gründen in Einweggeschirr verpackt – ein- bis zweimal pro Woche gefroren angeliefert, bei Bedarf aufgetaut und erwärmt wird. „Es gibt drei Hauptessenszeiten, aber wenn jemand die aufgrund von Arzt- oder Ämterterminen verpasst, wird das Essen für ihn aufbewahrt“, erläuterte Ridda Martini von der Betreuungsfirma European Homecare. „Insgesamt werden rund 50 Menschen hier tätig sein, die in drei Schichten arbeiten“, sagte er. Besuchen könne man die Asylbewerber von 10 bis 20 Uhr. „Es sollten aber nicht mehr als 20 Gäste gleichzeitig da sein, und die müssen sich aus Sicherheitsgründen bei den Wachleuten anmelden“, so Martini.

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