Neue Küche krönt Spendenaktion für Brandopfer

Ralf Haßelbächer und seine beste Freundin Petra Meyer (re.) sind überwältigt von der Spendenbereitschaft, die Stefanie Richter (2. v. r.) mitinitiiert hat. Jutta Berendes schrieb dem Ostermann-Eigentümer einen persönlichen Bittbrief und übernahm wie selbstverständlich die Transportkosten für die neue Küche.
Ralf Haßelbächer und seine beste Freundin Petra Meyer (re.) sind überwältigt von der Spendenbereitschaft, die Stefanie Richter (2. v. r.) mitinitiiert hat. Jutta Berendes schrieb dem Ostermann-Eigentümer einen persönlichen Bittbrief und übernahm wie selbstverständlich die Transportkosten für die neue Küche.
Foto: FUNKE Foto Services
Ende Juli verloren 16 Frohnhauser ihr Hab und Gut beim Brand eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses. Das löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

Essen-Frohnhausen..  Das Feuer loderte noch Ende Juli in dem Fachwerkhaus an der Hamburger Straße, da begann schon die Hilfsaktion für die plötzlich obdachlos gewordenen 16 Frohnhauser. Am Mittwoch fand die Spendensammlung, an der sich gefühlt der gesamte Stadtteil beteiligte, ein inoffizielles Ende: Ralf Haßelbächer und seine vier Töchter sowie die Freundin Petra Meyer bekamen eine Küche im Wert von 2500 Euro plus Küchentisch und Stühle – geschenkt.

Ralf Haßelbächer (43) ist derzeit als alleinerziehender Papa ganz Hausmann. Er kümmert sich um elfjährigen Zwillinge sowie zwei Töchter im Alter von 14 und 16 Jahren. Die Hilfsbereitschaft hat ihn einerseits verblüfft, aber er sagt auch voller Stolz: „Das ist eben der Ruhrpott. Wenn es darauf ankommt, ist einer für den anderen da.“

Dazu gehört Stefanie Richter, die gemeinsam mit der Gruppe „Essen packt an“ und der Gaststätte „Friesenstube“ die Spendensammlung organisiert hatte. Sie besorgte gemeinsam mit ihrem Vater in einem gepflegten Altbau an der Kieler Straße eine 100 qm große Wohnung für die Familie Haßelbächer und Petra Meyer. Vier Wochen lang waren sie im Hotel Öhler an der Liebigstraße in zwei Zimmern untergekommen, bis Stefanie Richter „Vitamin B“ einsetzte. „Ich habe schon mit den Kindern des Vermieters Rolf Gärtner im Sandkasten gespielt“, sagt sie erklärend.

Mit den Hilfsgütern vom Wohnzimmerschrank bis zur Deckenleuchte „hätten wir zwei bis drei Wohnungen füllen können“, berichtet Ralf Haßelbächer, der nicht aus Frohnhausen wegziehen wollte. Doch am Ende fehlte noch eine Kücheneinrichtung. Stefanie Richter kennt mit der Frintroperin Jutta Brendes die Besitzerin eines Möbeltransportunternehmens, das seit sieben Jahren für das Einrichtungshaus Ostermann in Witten arbeitet. „Ich habe Herrn Ostermann einen persönlichen Brief geschrieben“, erzählt Jutta Berendes und war baff über die Spendenzusagen. „Wir wären auch mit was Vermackten zufrieden gewesen, aber nein, er verschenkte eine nagelneue Küche. Das ist mehr als anständig.“ Dass ihre Mitarbeiter die Möbel unentgeltlich aus Witten abholten und am Mittwoch anlieferten, passt in das schöne Bild.

Ralf Haßelbächer war gestern noch ganz überwältigt von der Hilfe. „Aber mehr als Danke kann man den Leuten nicht sagen.“

 

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