KUK – Elektrobeat im Kostüm der Superhelden

Christopher Konert (Koni), Pascal Sachs (KannSein) und Kevin Sachs (Seargent Love, von links) stehen bei KUK auf der Bühne.
Christopher Konert (Koni), Pascal Sachs (KannSein) und Kevin Sachs (Seargent Love, von links) stehen bei KUK auf der Bühne.
Foto: Daniel Pruemers
Die Essener Band „KUK“ spielt Elektrobeat. Zukünftig will sie vermehrt auf Festivals außerhalb des Ruhrgebiets die Bässe „wummern“ lassen.

Essen.. Sie gleichen nach eigener Aussage „mangelnde lyrische Kompetenz durch Quatsch aus“, bekennen sich offen zu Essener Hopfengetränken und bezeichnen sich selbst als „Elektro-Trash-Dingdong-Party-Boygroup 2.0“ – die Jungs der Band „KUK“ haben sich vom musikalischen Mainstream längst verabschiedet. Irgendwo zwischen wummernden Bässen, schrillen Superhelden-Kostümen und hanebüchenen Texten haben sich die acht Mittzwanziger, die allesamt zwischen Zeche Zollverein, RWE-Turm und dem Baldeneysee aufgewachsen sind, eine musikalische Spielwiese erschaffen. Und das, obwohl nicht bei allen von ihnen eine musikalische Karriere voraussehbar war. Frontmann Pascal Sachs alias „Kann Sein“ beispielsweise wollte eigentlich nie auf der Bühne stehen – „bis ich auf meinem Abschlussball zu einem Tanzauftritt genötigt wurde und trotz großem Bammel plötzlich Spaß daran fand, die Leute zu unterhalten.“ Während eines Studienaufenthaltes in Berlin traf die so frisch gebackene Rampensau auf der Suche nach Erzeugnissen Essener Braukunst auf Christopher Konert, seines Zeichens Hip-Hopper – und so war „KUK“ alias „Kann Sein und Koni“ geboren.

„Wir haben zuerst normalen Hip-Hop gemacht und konnten so auch die ersten ausverkauften Konzerte verbuchen – zwar in Jugendhäusern, aber immerhin ausverkauft“, erinnert sich Pascal Sachs. „Unsere Texte waren immer schon sehr partytauglich und irgendwann haben wir dann gemerkt, dass es einfach mehr wummst, wenn wir die Beats etwas elektronischer machen und mehr Bass dazugeben.“ Ein Konzept, das auf Zuspruch stieß und den beiden Bandgründern die Zusammenarbeit mit verschiedenen DJs ermöglichte. Doch das Team hinter KUK wuchs nicht nur im musikalischen Bereich: „Wir wurden schnell von verschiedenen Leuten angesprochen, die eine Unmenge an Ideen hatten – beispielsweise, wie wir eine richtige Bühnenshow realisieren könnten.“ Und so stehen auch heute noch Teile der Band gar nicht auf der Bühne, sondern kümmern sich hinter den Kulissen um die Showtechnik oder die Produktion von Musikvideos.

Durch die verschiedenen Einflüsse der beteiligten Musiker entstand mit der Zeit ein origineller Mix aus Techno, Trash-Pop und klassischem Hip-Hop. Ein Rezept, das schmeckt: „Wir haben sogar einen eigenen kleinen Fan-Club, der vor unseren Konzerten mit Kaltgetränken durch die Stadt zum Auftrittsort marschiert“, berichtet Pascal Sachs. Und wer sind die Fans der Band? „Wir wünschen uns natürlich, dass junge gut aussehende Studentinnen mit reichen Eltern uns hören“, sagt Sachs und lacht. Tatsächlich, räumt er ein, sei die Zielgruppe hauptsächlich männlich und feierfreudig.

Aktuelle Single: „Sterne sehen“

„Essen Original“, die „Ruhr Charts“ – und bald vielleicht „Rock am Ring“? „Wir wollen auf jeden Fall vermehrt auf Festivals spielen und Menschen, die außerhalb des Ruhrgebiets leben, auf uns aufmerksam machen.“

Die Vermarktung übernehmen die Jungs indes selbst – durch eine Plattenfirma wollen sie sich nicht vertreten lassen. Wohin die Reise noch geht, steht erst einmal in den Sternen, die die Band in ihrer aktuellen Single „Sterne Sehen“ besingt. Eins ist jedoch jetzt schon gewiss: wundern darf man sich nicht, wenn die jungen Musiker so manche Bühne entern werden.

 
 

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