Keine Eile bei Tempo-Bremse in Essen-Schonnebeck

Im Sommer krachte es gleich mehrmals innerhalb weniger Tage auf der Matthias-Erzberger-Straße in Schonnebeck. Jetzt soll das Tempo gemessen werden.
Im Sommer krachte es gleich mehrmals innerhalb weniger Tage auf der Matthias-Erzberger-Straße in Schonnebeck. Jetzt soll das Tempo gemessen werden.
Foto: Thomas Gödde
Anwohner berichten von vielen Unfällen auf der Matthias-Erzberger-Straße. Jetzt sollen Messplatten Daten über das tatsächliche Tempo liefern.

Essen-Schonnebeck. Zuletzt ist es etwas ruhiger geworden auf der Matthias-Erzberger-Straße in Schonnebeck. Bis auf einen leichten Blechschaden ist es auf der stark befahrenen Verbindung zwischen der Bonifacius- und Huestraße zu keinem Unfall mehr gekommen. Trotzdem besteht die Bezirksvertretung VI auf einer Geschwindigkeitsmessung. Doch so einfach wie gedacht wird das nicht.

Die Polizei sieht jedenfalls keinen Anlass, mehr als nur sporadische Überwachungsmaßnahmen durchzuführen. Eine komplette Überwachung werde es nicht geben, antwortet die Beschwerdestelle auf eine Eingabe des Anwohners Ulrich Brauers. Dieser wies schon im Jahr 1999 auf die sich häufenden Unfälle im Bereich einer leichten Kurve hin.

Schulweg für viele Kinder

Die Polizei zählte seit 2007 insgesamt 27 Verkehrsunfälle mit insgesamt drei Schwerverletzten. „Bei der Betrachtung der Unfalltypen handelt es sich um menschliches Fehlverhalten. Situationen wurden falsch erfasst bzw. es kam zu falschen Reaktionen“, heißt es in dem Antwortschreiben.

Während Anwohner Ulrich Brauers diese Antwort als „leicht zynisch“ einstuft, verlangt die Bezirksvertretung auf Antrag von SPD, Grünen und Linken zumindest die Messung der Geschwindigkeit. So soll festgestellt werden, ob die Anwohner objektiv Recht haben oder ob sie widerlegt werden können. Schließlich sei die Matthias-Erzberger-Straße Schulweg für viele Kinder der Johann-Michael-Sailer-Schule und der Schillerschule.

Zu Tempo 30 fehlt Polizei-Stellungnahme

Deshalb solle eine „folgenlose Geschwindigkeitsmessanlage“ eingesetzt werden. Kraft- und Radfahrer kennen diese Leuchttafeln, auf denen die aktuell gefahrene Geschwindigkeit aufblinkt – mehr aber auch nicht. Doch derzeit sind alle Anlagen defekt, teilt das Straßen- und Verkehrsamt mit. Das Umweltamt hat noch zwei Tafeln in Betrieb, doch die werden für Lärmschutzmessungen benötigt.

Eine andere Alternative wäre der Umbau der zweispurigen Straße, um die Geschwindigkeit zu verringern. Doch dieser Antrag der Politik wird seit September noch geprüft. Bliebe die Anordnung von Tempo 30. Um das anordnen zu können, fehle noch die Stellungnahme der Polizei, meldet die Verkehrsbehörde.

Sie empfiehlt nun, zunächst Messplatten auszulegen, um auf diese Weise das Geschwindigkeitsniveau ermitteln zu können. Doch bisher steht noch nicht fest, wann sie einsatzbereit sind. Wenigstens hat das Ordnungsamt verstärkte Überwachung zugesagt.

 
 

EURE FAVORITEN