Karnaper Kleiderkammer sucht neue Bleibe

Dietmar Mauer
Bettina von der Höh, Delia Boschert, Petra Wiemann-Schmidt und Gadjigo Aguibou (v.l.) suchen eine neue Bleibe für die Kleiderkammer.
Bettina von der Höh, Delia Boschert, Petra Wiemann-Schmidt und Gadjigo Aguibou (v.l.) suchen eine neue Bleibe für die Kleiderkammer.
Foto: Essen
Bisher stellte eine Logistik-Firma Räume für die Kleiderkammer in Essen-Karnap zur Verfügung. Nun braucht die Firma den Platz selbst.

Karnap.  „Das liegt wohl in unserer Familie“, antwortet Bettina von der Höh auf die Frage, warum sie sich für die Flüchtlinge in der Unterkunft im Mathias Stinnes Stadion engagiert. Die gebürtige Karnaperin, die heute in Gelsenkirchen wohnt, rief im September 2015 zu Kleiderspenden für die Flüchtlinge auf. Die Spendenbereitschaft war und ist riesig. Nun hat die Kleiderkammer ein anderes Problem: Sie sucht eine neue Bleibe.

Zeitgleich mit dem ersten Spendenaufruf schrieb Bettina von der Höh Firmen in Karnap mit der Bitte an, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. „Herr Gürel hat als einziger geantwortet. Die Räumlichkeiten waren für uns schlichtweg ein Glücksfall“, erinnert sich die Initiatorin. Der Logistik-Unternehmer mit Sitz in Sichtweite des Stadions teilte damals etwa 250 Quadratmeter seiner gemieteten Halle ab und überließ sie kostenlos der Kleiderkammer. Eine andere Firma stellte Kleiderständer zur Verfügung, eine weitere Tüten, um die Kleidungsstücke zu verpacken. „Ich denke zwar stets positiv, aber mit einem solchen Erfolg hatte ich nicht gerechnet“, erzählt Bettina von der Höh, die hauptberuflich bei einer Grundstücksverwaltung arbeitet. Und sie blieb nicht allein. Inzwischen helfen bis zu elf Frauen und Männer aus Karnap, aber auch aus anderen Stadtteilen ehrenamtlich in der Kleiderkammer mit, gehen einmal in der Woche die ausgefüllten Bedarfslisten durch, packen die Kleider-Tüten und bringen sie ins Stinnes Stadion.

Halil Gürel verspricht unterdessen seine Hilfe. Er werde weiterhin den Transport kostenlos übernehmen: „Ich frage auch bei Geschäftspartnern, ob sie geeignete Räume kennen. Wir werden Frau von der Höh und ihr Engagement in einer anderen Form unterstützen.“ Doch erst einmal müssen neue Räume gefunden werden, was aber nicht einfach ist, denn Miete können die Ehrenamtlichen nicht zahlen.

Bettina von der Höh bleibt zuversichtlich, wirbt weiterhin um Helferinnen und Helfer. Nur neue Kleiderspenden würden im Moment nicht angenommen. Die Regale sind mehr als gut gefüllt. Am liebsten würde Bettina von der Höh mit der Kammer in Karnap bleiben. Karnap brauche eine Kleiderkammer – auch über die Zeit der Flüchtlinge hinaus.

Kontakt: refugium.karnap@outlook.de