Helga Görnert zeigt ihre Blumen-Pracht dem Publikum

Helga Görnert in ihrem Garten in Katernberg.
Helga Görnert in ihrem Garten in Katernberg.
Foto: Funke Foto Services
Helga Görnert nennt einen schönen Garten ihr Eigen. Davon kann sich jedermann an den zwei Wochenende bei der „offenen Gartenpforte“ überzeugen.

Katernberg..  Eine richtige Pforte oder ein klassisches Törchen sucht man vergeblich. Wer in den Garten der Familie Görnert in der Köln-Mindener-Straße 286 gelangen will, muss die Einfahrt an der Seite des Hauses aus dunkelbraunen Steinen nehmen. Nach ein paar Metern geht es links über eine kleine Stufe zwischen zwei Sträuchern hindurch auf die Terrasse, wo sich der Blick auf den etwa 680 Quadratmeter großen Garten öffnet. Ein Ausblick, den Helga Görnert nicht für sich behalten möchte. Am 1./2. August und am 26./27. September nimmt die 49-jährige Ehefrau sowie Mutter eines Sohnes (19) und einer Tochter (15) an der Aktion „Offene Gartenpforte“ teil – zum fünften Mal.

Den Weg zu Stauden und Hölzern fand die gebürtige Sauerländerin recht spät. Als ihr Mann Georg und sie 1997 das Steigerhaus aus dem Ende des 19. Jahrhunderts kauften, nahm alles seinen Anfang. Zunächst wurde das Haus renoviert. Danach widmete sie sich dem verwilderten Garten, in dem der Vorbesitzer nur Gemüse für den Eigenbedarf angebaut hatte. „Ich habe gleich gespürt, dass das mein Ding ist“, erinnert sich die gelernte Fremdsprachen-Korrespondentin. 1999, nach der Geburt der Tochter, stieg sie aus dem Beruf aus. Von da an beschäftigte sie sich immer mehr in und mit dem Garten, las viele Fachbücher, lernte viel über Sonnen-, Schatten- und Halbschattengewächse oder darüber, welche Pflanze welchen Boden bevorzugt. Vor Enttäuschungen ihres gärtnerischen Tuns war aber auch sie nicht gefeit. Etwa, wenn eine zweijährige Pflanze im zweiten Jahr nicht mehr blühte oder nimmersatte Schnecken sich an den Stauden labten. „Wenn ich eine auf frischer Tat erwische, war es das für sie“, sagt die Katernbergerin.

So viel kann sie aber nicht falsch gemacht haben, schaut man auf die Taglinien in den verschiedenen Farben, das argentinische Eisenkraut, die Indianernesseln, die Ballonblumen oder das Johanniskraut, deren lateinische Fachnamen die 49-Jährige alle kennt. Aufgelockert werden die Staudenbeete zum Beispiel durch eine dazwischen stehende etagenförmig geschnittene Eibe oder ein Buchsbaum. Aus den einzelnen Rabatten ragen mannshohe, bunte Pfähle heraus: Rankstäbe aus Kolumbien. „Manche mögen den Garten einfarbig. Ich habe es gern ein bisschen bunter, so wie es ja auch in der Natur vorkommt. Manchmal darf es sich auch ein bisschen reiben“, sagt Helga Görnert, die mittlerweile aus ihrer Passion eine Profession gemacht hat und als Gartencoach für Kunden plant, berät und pflanzt.

In ihrem Mann Georg hat sie einen Mitstreiter. „Er ist für alles Bauliche im Garten zuständig“, sagt die 49-Jährige. Aus den gleichen Steinen wie die des Hauses entstanden mehrere Rabatten und Abgrenzungen der Beete. Die Wege zu den verschiedenen Bereichen des Gartens sind mit weißem Kies ausgelegt.

„Es klingt abgedroschen, aber es ist für mich eine Oase. Und es ist auch Luxus, wenn man sich zum Sonntagsfrühstück auf die Terrasse mit Blick auf den Garten setzen kann“, sagt sie. Und in diese Oase will sie an zwei Wochenenden wildfremde Menschen lassen? „Es ist unglaublich, wie viel interessierte Menschen kommen – meistens Paare. Die tauschen sich nicht nur mit mir, sondern auch untereinander aus“, erzählt die Gartenbesitzerin aus Erfahrung. Man bekomme auch Lob, was einen selbstverständlich freue. „Ein geschäftliches Interesse ist auch dabei, aber das steht an diesen Tagen ganz hinten an.“

 
 

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