Frohnhauser rocken für Flüchtlinge

Die Band MunicStreet, v.l. Jürgen Schulten (55), Maren Eckhardt (51), Andreas Große (50), Michael Schulten (54) und Michael Wöstehoff (48).
Die Band MunicStreet, v.l. Jürgen Schulten (55), Maren Eckhardt (51), Andreas Große (50), Michael Schulten (54) und Michael Wöstehoff (48).
Foto: FUNKE Foto Services
Die Rockband MunicStreet spielt am Sonntag ein Benefizkonzert für Flüchtlinge. Zugleich soll auch den ehrenamtlichen Helfern gedankt werden.

Essen-Frohnhausen.  „Please hear my words make peace and put an end to wars!“ („Hört bitte meine Worte, macht Frieden und den Kriegen ein Ende!“). Mit diesen Worten beginnt der Song „Don’t kill anymore“ („Tötet nicht mehr“) der Frohnhausener Rockband MunicStreet. Der Song kritisiert Krieg und stellt das Leiden der Flüchtlinge in den Vordergrund. Geschrieben wurde das Lied anlässlich des Jugoslawien-Krieges in den 1990er Jahren. Die Themen Krieg und Flüchtlinge sind durch den Syrienkonflikt und die daraus resultierende Flüchtlingswelle aktueller den je. Deshalb haben sich Frohnhausener Musiker entschlossen, am Sonntag, 17. April, bei einem Benefizkonzert für Flüchtlinge in der Weststadthalle aufzutreten. „Wir wollen den Flüchtlingen einen Willkommensgruß bieten und den vielen ehrenamtlichen Helfern während der Flüchtlingskrise danken“, sagt der Bassist der Band, Michael Schulten (54). Politisch interessiert war MunicStreet schon immer. „Die Leute, die heute gegen die Flüchtlinge sind, haben nach der deutschen Einheit die Flüchtlinge aus der DDR begrüßt“, sagt der Bassist. Der allgemeine politische Rechtsruck in Deutschland sei ebenfalls ein Grund, warum sich MunicStreet für den Auftritt in der Weststadthalle entschieden habe.

Auch weitere Songs der Frohnhausener Rockband sind politisch und gesellschaftskritisch. Der Gitarrist und Songschreiber der Band, Jürgen Schulten (55), hat Lieder über die Finanzkrise und über den Massenandrang nach der Eröffnung des Einkaufszentrums „Limbecker Platz“ geschrieben. „Musikalisch beeinflusst wurden wir unter anderen von The Police, Peter Gabriel und den Rolling Stones“, sagt Jürgen Schulten. Doch nicht nur Rockmusik, auch Jazz, Blues und Reggae haben den Stil von MunicStreet geprägt.

Die Rolling Stones hatten schon großen Einfluss auf den Vorgänger von MunicStreet. „Brown Sugar“, angelehnt an den gleichnamigen Song der Rolling Stones, hieß die Gruppe, die sich 1990 gründete. Damals spielten die Frohnhausener noch eine Mischung aus gecoverten und eigenen Songs. 2006 nannten sie sich in MunicStreet – um und beschlossen in Zukunft ausschließlich mit eigenen Stücken aufzutreten. „Es ist jedoch schwierig, an Auftritte zu kommen, wenn man nur eigene Musik spielt“, erzählt Jürgen Schulten. Dennoch bleiben die Frohnhausener ihrem Stil treu. Im Januar veröffentlichte die Rockgruppe ihr Album „Homeland“.

Selbstverständlich nur mit eigenen Songs. Die Hobbymusiker aus Frohnhausen zeigen sich sehr verbunden zu ihrer Heimat. „Wir könnten nie das Ruhrgebiet verlassen“, betont Jürgen Schulten. Die Bandmitglieder sind davon überzeugt, dass Musik ein gutes Mittel zur Integration ist. „Musik ist eine universelle Sprache. Sie verbindet Menschen über alle Kulturen hinweg“, sagt Michael Schulten.

Was die Band am Sonntag genau erwartet, weiß sie noch nicht genau. „Wir wissen nicht, was auf uns zu kommt und sind sehr gespannt auf die Reaktionen des Publikums“, berichtet Jürgen Schulten. Bei einigen Kulturfesten haben sie aber mitbekommen, dass die Flüchtlinge sehr interessiert und begeisterungsfähig sind, was westliche Musik angeht.

 
 

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