Eltingviertel trotzt dem Schietwetter

Rüdiger Hagenbucher
Die arabischen Frauen, die sich aus dem Förderturmhaus II kennen, boten Spezialitäten aus dem Libanon und dem Irak an.
Die arabischen Frauen, die sich aus dem Förderturmhaus II kennen, boten Spezialitäten aus dem Libanon und dem Irak an.
Foto: WAZ FotoPool
Mit dem Lichterfest beteiligte sich das Wohnquartier in der nördlichen Innenstadt an den Lichterwochen. Ein Anfang, der Mut macht.

Essen-Nordviertel. Der Traum von einem komplett erleuchteten Eltingviertel: Er blieb für Bildhauerin Harriet Wölki am Freitagabend nur ein Traum. Die meisten Fenster blieben beim „Lichterfest am Eltingplatz“ dunkel oder strahlten bestenfalls die übliche vorweihnachtliche Stimmung aus. Leuchtende Augen gab es trotzdem. „Es war eine Freude, hierzu eingeladen zu sein“, strahlte Iman, eine junge, in Essen geborene Libanesin. Harriet Wölki, die Organisatorin, ließ sich die Laune sowieso nicht verderben. „Für den Anfang ist es doch super gelaufen“, befand sie.

Das Wetter hätte am Freitag kaum mieser sein können. Sturm und Regen peitschten durch die Straßen und stellten noch am Nachmittag das Lichterfest in Frage. Doch am späten Nachmittag beruhigte sich der Himmel, so dass die Lichterkette über den Eltingplatz gespannt werden konnte.

Pfarrer besuchten das Fest

Aber es hätte sogar stockdunkel sein können: Harriet Wölki wäre mit ihrem glitzernden Narrenstern auf dem Kopf und ihrem weißen Gewand als „Lichtgestalt“ auch dann aufgefallen. Vielleicht hatte die quirlige Rheinländerin auch himmlischen Beistand. Jedenfalls besuchten die Pfarrer der Kreuzkirchengemeinde das Fest. Am Lagerfeuer las Thomas Nawrocik Geschichten vor, während sich Steffen Hunder mit den Besuchern unterhielt.

Darunter waren mit Jana Kaminski und Philipp Schmitz-Waters auch zwei Sprecher der Deutschen Annington. Das Unternehmen plant die Renovierung der Mietshäuser aus der Gründerzeit. An der Waterloostraße wurden bereits die ersten barrierearmen Badezimmer eingebaut, weitere Häuser sollen bald folgen.

Mit Gitarre Besucher unterhalten

Regelrecht gefreut auf das Fest hatte sich Daniel Gardenier (37) aus Dellwig, der als Sänger der gleichnamigen Band noch vor kurzem die Stadt gerockt hatte und nun mit der Gitarre die Besucher unterhielt. Er kannte das Eltingviertel bis dahin nur flüchtig. „Aber hier ist es ja richtig schön“, fand er.

Harriet Wölki fühlte sich bestätigt: „Es geht heute darum, Lichter zusetzen gerade dann, wenn alles schietig ist.“ Steffen Hunder drückte es anders aus: „Die Wüste lebt, auch wenn wir im Matsch stehen.“