Einbrecher wüten in drei Altenessener Kleingärten

Kleingärtner Wilhelm Arntz
Kleingärtner Wilhelm Arntz
Foto: Dietmar Mauer
Einbrecher treiben in Altenessener Kleingärten ihr Unwesen. Wenn’s nicht zu stehlen gibt, verwüsten sie die Lauben. Die Eigentümer sind geschockt.

Essen-Altenessen. Bernhard Bracke, Vorsitzender des Kleingartenvereins (KGV) „Auf der Heide“, sitzt an dem großen Holztisch im Vereinsheim an der Emscherstraße und verteilt Musterbögen. Mit denen sollen sechs Mitglieder ihre Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend machen. Ihre Lauben wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag der vergangenen Woche von Einbrechern heimgesucht.

Eines der Einbruchsopfer ist Wilhelm Arntz, der den Verein 1978 mitgründete. Auf seiner Scholle ist es das dritte Mal, dass Unbekannte eingebrochen sind. Der 74-Jährige steht in seiner Laube und kann es nicht fassen. Auf den paar Quadratmetern ist alles durcheinander. Die elektrische Zweier-Kochplatte ist bedeckt mit verschmorten Plastikresten. Über die komplette Holzdecke ziehen sich feine, schwarze Rußfäden. „Das kann ich entkernen. Aber ich kann noch froh sein, dass die Sicherung rausgesprungen ist, sonst wäre die Laube vielleicht abgebrannt “, sagt Wilhelm Arntz. Ob etwas gestohlen wurde, kann er in dem Chaos spontan gar nicht sagen. Die kleine Stereoanlage haben die Eindringlinge auf jeden Fall stehen lassen. Wilhelm Arntz geht von Zerstörungswut aus.

„Einmal haben sie sogar den Dachboden aufgehebelt“

Am vergangenen Freitag, als er mit der Polizei den Schaden aufnahm, hatte er noch „die Schnauze voll“ und war kurz davor, den geliebten Garten aufzugeben. „Aber meine Frau und ich hängen daran. Wir verbringen praktisch den gesamten Sommer hier“, erzählt der 74-jährige Altenessener.

„In den vergangenen Jahren war es ruhiger geworden, doch in diesem Jahr hatten wir schon wieder zwölf Einbrüche“, erzählt Bernhard Bracke. Vor etwa zwölf Jahren, so erinnert sich der Vorsitzende, seien es 60 Einbrüche in einem Jahr gewesen. Obwohl nichts Wertvolles zu holen war, wurde auch schon mehrfach im Vereinsheim eingebrochen. „Einmal haben sie sogar den Dachboden aufgehebelt“, erzählt Bracke (72). Die betroffenen Mitglieder beruhigt er: „Die Gebäude sind mit 20 000 Euro versichert, der Inhalt mit 3000 Euro.“ Die Rennereien bleiben aber auf jeden Fall an den Einbruchsopfern hängen.

Einbrecher mit modernen Gerät

Die Mitglieder des KGV sind in Altenessen aber nicht die einzigen, die in jüngster Zeit Opfer von Einbrechern wurden. Reinhard Gäthke, Vorsitzender des KGV Barkhoffer Heide, der ebenfalls an der Emscherstraße liegt, weiß Ähnliches zu berichten. „In den letzten Wochen hatten wir zwischen zehn und zwölf Einbrüche. In einem Fall wurde sogar eine Laube abgefackelt“, berichtet der 69-Jährige, der seit 1989 dort einen Garten hat. Die Einbrecher seien heutzutage mit modernem Gerät unterwegs. „Geräte, mit denen man Schließzylinder knackt, kann man doch heute im Internet bestellen.“ Eine Lösung hat Gäthke nicht parat, verstärkte Polizeipräsenz fände er aber nicht schlecht. „Die Polizei kann nicht Tag und Nacht hier sein, aber es wäre schon ein Anfang, wenn sie abends mal die Emscherstraße rauf und runter fahren würde“, sagt Reinhard Gäthke.

„Wenn es zu einer Häufung von Einbrüchen kommt, geht das in die Dienstbesprechungen ein und dann wird auch vermehrt Streife gefahren“, erklärt Polizeisprecher Christoph Wickhorst.

50 Lauben bei Alstadt-Nord aufgebrochen

Demnach dürfte die Anlage des KGV Altstadt-Nord an der Seumannstraße in Zukunft regelmäßiger von Streifen angefahren werden. „Kleinere Einbrüche gab’s immer mal, aber bei uns ist zurzeit der Wurm drin“, seufzt Herbert Feldhoff, Vorsitzender des KGV Altstadt-Nord. Vom 12. auf den 13. November sei ins Vereinsheim eingebrochen worden. Die Beute: vier Flaschen Schnaps. In der Nacht vom 17. auf den 18. November wurden – so schätzt der 72-Jährige – etwa 50 Lauben aufgebrochen. Die Beute bestand vornehmlich aus Werkzeug. „Die müssen mit einem Lkw gekommen sein, mit dem sie auch die Schranke am Eingang weggebogen haben“, vermutet Feldhoff. In der Nacht vom 21. auf den 22. November wurden beide Garagen, die nach einem Einbruch im Frühjahr zusätzlich gesichert worden waren, aufgebrochen und Geräte im Wert von etwa 1000 Euro gestohlen.

Am Mittwoch nun kommen die Versicherungsvertreter zum KGV Altstadt-Nord. Es wird viel zu besprechen geben.

 
 

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