Drehtermin mit Kommissarin Brand

Borbeck..  In einem Musikerleben gibt es sicherlich aufregendere Dinge, als auf einer Beerdigung zu spielen. Für eine Delegation des Schönebecker Jugendblasorchesters gestaltete sich der Einsatz auf dem Westfriedhof in Köln indes so spannend wie ein Krimi. Was wörtlich zu nehmen ist, drehte doch dort das ZDF eine Folge um die Fernsehkommissarin „Marie Brand“. Gemeinsam mit Schauspielerin Mariele Millowitsch auf der Suche nach dem „Engel des Todes“.

Ohne den Ereignissen vorgreifen zu wollen: Es geht um Mord. Und das Opfer war – wie sein Schicksal belegt – nicht gerade beliebt. Dementsprechend spartanisch nimmt sich die Trauergesellschaft aus, die jedoch von einem Orchester Zulauf erhält, das „Heart of the rising sun“ zum Besten gibt. So hatte es sich der Verblichene gewünscht.

Die Musiker hatten keine Ahnung, was auf sie zukam

Dass die Erfüllung dieser letzten Ehre den Borbeckern zuteil wurde, war „eher Zufall“, wie Julia Kölbel weiß. Im SJB bläst die 19-Jährige das Saxofon. Doch ebenso gerne spielt sie Volleyball beim VC Borbeck. Im Verein kam sie mit einer Mitspielerin ins Gespräch, die derzeit ein Praktikum als Regieassistentin beim ZDF absolviert. „Ich habe ihr eine CD von unseren Auftritten mitgegeben und kurz darauf waren wir engagiert“, berichtet Julia stolz, die „keinerlei Ahnung hatte, was da auf uns zukommt.“

SJB-Querflötistin Anna Starkemeier kannte selbst die Hauptdarstellerin „nur von Erzählungen ihrer Eltern“. Und ihre Mitstreiterin Marie Breiderhoff gab zu, Mariele Millowitsch bislang eher in deren Paraderolle als chaotische Krankenschwester „Nikola“ erlebt zu haben. Bei beiden reifte jedoch schnell die Erkenntnis: Das Komparsenleben ist härter als man denkt, denn Filmemacher sind echte Frühaufsteher. „Wir mussten schon um 6.30 Uhr losfahren, um pünktlich am Drehort zu sein“, erinnert sich Anna. „Und als wir in Köln ankamen, war die Fernsehkommissarin schon lange am Set.“

Bevor jedoch die erste Klappe fiel, ging es in die Maske. „Die haben uns alle paar Sekunden die Haare gelegt“, sagt Marie Breider-hoff lachend. Was offensichtlich auch nötig war, denn sie und die anderen Musiker mussten in ihren Kostümen geschlagene vier Stunden lang immer wieder die selbe Strecke ablaufen, und die Szene wurde aus allen erdenklichen Einstellungen gedreht. Trotz der eisigen Temperaturen schlug sich das Ensemble tapfer und bekam später neben viel Lob auch ein Erinnerungsfoto mit Frau Kommissarin.

Die Eindrücke, die die Borbecker am Drehort sammelten, kann ihnen eh niemand nehmen: „Das war spannend zu sehen, wie so ein Film gedreht wird“, sagt Anna Starkemeier. Und Julia Kölbel fiebert schon der Ausstrahlung im September entgegen, denn „natürlich werden wir die Folge mitschneiden.“ Die Komparsengage gab’s hingegen sofort. „Reich geworden sind wir nicht“, sagt Marie Breider-hoff. „Aber Schauspieler möchte von uns eh niemand werden.“

Kommissarin ermittelt schon seit 2008

Mariele Millowitsch ermittelt bereits seit 2008 als Kriminalhauptkommissarin Marie Brand für die Kölner Mordkommission. In der Serie steht ihr ihr Kollege Jürgen Simmel, gespielt von Hinnerk Schönemann, hilfreich zur Seite. Ausgestrahlt wird die Episode „Engel des Todes“ mit Borbecker Beteiligung im September dieses Jahres im ZDF.

Kommissarin Marie Brand erfreut sich großer Beliebtheit. Und so dürfte sich möglicherweise schon bald auch das Schönebecker Jugendblasorchester einer größeren Fangemeinde erfreuen. Förderverein-Vorsitzender Martin Nennstiel flachst: „Eine lokale Berühmtheit war das SBJ ja schon lange. Doch nun werden wir sogar bundesweit populär.“

 
 

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