Die Pausenengel von der Emscherschule

Die Pausenengel in den leuchtenden Westen, haben in den Pausen die Aufgabe ihren Mitschülern zu helfen. Wenn etwas passiert ist ,verständigen sie sofort die Lehrkräfte, die auf dem Hof ja nicht überall sein können.
Die Pausenengel in den leuchtenden Westen, haben in den Pausen die Aufgabe ihren Mitschülern zu helfen. Wenn etwas passiert ist ,verständigen sie sofort die Lehrkräfte, die auf dem Hof ja nicht überall sein können.
Foto: Essen
Die Schüler in Altenessen-Nord sollen die Lehrer in den Pausen unterstützen. Am Schuljahresende wartet der Lohn für das soziale Engagement.

Altenessen..  „Heute ist die Pause ruhig, da haben wir nicht so viel zu tun“, sagt Emelya, die in einer leuchtend gelben Weste auf dem Schulhof der Emscherschule steht. Die Zehnjährige ist einer von 15 Pausenengeln.

Die Idee

Die Schüler sollen die Lehrer bei der Pausenaufsicht unterstützen.

Der Grund

„Wir hatten das Gefühl, dass in der Pause immer latent Unruhe war“, sagt Schulleiter Felix Busch. Er hat das Projekt gemeinsam mit Lehrerin Stefanie Wollschläger ins Leben gerufen. Prügeleien, Streit, Verletzungen – die Kollegen hätten oft geklagt, wie anstrengend die Aufsicht sei. „Dann haben wir uns überlegt, dass die Kinder selbst mithelfen könnten, dass die Pause ruhiger wird“, erklärt Busch. Von einem Kollegen habe er von dem Konzept der Pausenengel erfahren. „Und dann haben wir daraus unser eigenes Ding gemacht.“ Gemeinsam mit Stefanie Wollschläger habe er verschiedene Unterrichtseinheiten konzipiert, um die Kinder in Sozialkompetenz zu schulen.

Ihre Aufgaben

Den Kleineren beim Anziehen helfen, Streit beobachten und melden sowie verletzte Schüler ins Lehrerzimmer begleiten. „Bei der Spielzeugausleihe müssen wir auch manchmal eingreifen“, erklärt Pausenengel Greta (9). Hier könne es schon mal „wilder zugehen“. Nicht zu den Aufgaben der Pausenengel gehört das Schlichten von Streit. „Sie sollen nur beobachten und uns dann Bescheid geben“, erklärt Lehrerin Stefanie Wollschläger.

Das Motto

„Helfen – Trösten – Beschützen – Mut machen“. „In Rollenspielen haben wir mit den Kindern typische Szenen nachgespielt“, erzählt Felix Busch. Dazu gehöre etwa der Toilettengang, vor dem die Kleineren oft Angst hätten. Die Pausenengel stehen ihnen hier zur Seite. „Für die Lehrer eine riesen Entlastung“, meint Schulleiter Busch. Die Kinder wissen das und nehmen ihre Aufgabe ernst: „Wir sind so viele Kinder, da können die Lehrer gar nicht überall sein“, weiß Pausenengel Sophia (9). „Deswegen helfen wir ihnen.“ Zwischendurch mal Pause vom Engelsein machen, geht übrigens nicht. „Die Kinder haben eine Verantwortung übernommen“, erklärt Stefanie Wollschläger. „Sie müssen lernen: Wenn sie sich für eine Aufgabe melden, müssen sie die auch machen.“ Für die Kinder ist das nicht immer einfach. „Manchmal wollen unsere Paten mit uns spielen, und dann sind sie traurig, wenn wir Dienst haben“, berichtet Emelya. Die Zehnjährige ist sich trotzdem sicher: „Ich will nur noch ein Pausenengel sein.“ Für ihr „soziales Engagement“ werden Emelya und die anderen Pausenengel am Ende des Schuljahres belohnt: „Das kommt mit aufs Zeugnis“, versichert Schulleiter Felix Busch. Darüber freut sich auch ein Engel.

 
 

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