Anneliese Brost-Stiftung steigt aus Bärendelle-Plänen aus

Nach der kurzen Besetzung der ehemaligen Hauptschule an der Bärendelle wartet das Gebäude auf eine gesicherte Nutzung.
Nach der kurzen Besetzung der ehemaligen Hauptschule an der Bärendelle wartet das Gebäude auf eine gesicherte Nutzung.
Foto: WAZ FotoPool
Nach mehreren engagierten Gesprächen sieht der Vorstand der Anneliese Brost Stiftung keine Basis, die ehemalige Hauptschule Bärendelle in Frohnhausen wirtschaftlich zu betreiben. Ein soziokulturelles Zentrum, wie es sich die Bürgerinitiative wünscht, bleibt wohl weiter Wunschdenken.

Essen-Frohnhausen. Was in Zukunft mit der ehemaligen Hauptschule an der Bärendelle passiert, steht weiterhin in den Sternen. Nach einem Wohnungsunternehmen ist nun auch der zweite Interessent, die Anneliese Brost Stiftung, aus dem Projekt ausgestiegen. Eine technische Einschätzung habe „erhebliche, nicht kalkulierbare Risiken aufgezeigt“. Deshalb „möchten wir unser Interesse an dem Objekt zurückziehen“, schreibt Günter Trutnau, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, in einem Brief an die Bezirksvertretung III. Damit ist nach Auskunft der Stadt nur noch ein zweiter Wohnungsbauer – von den ursprünglich drei Bewerbern – an dem Komplex in zentraler Lage Frohnhausens interessiert.

Bevor die Vorstandsmitglieder der Anneliese Brost Stiftung entschieden, die Ideen für eine neue Nutzung der ehemaligen Hauptschule zu den Akten zu legen, hatte es ein weiteres Gespräch „mit potenziellen Nutzungsinteressenten“ in der Verwaltungsstelle der Bezirksvertretung III gegeben. Ein Teil der möglichen Nutzer habe dieses zweite Treffen abgesagt, „weil keine Möglichkeit gesehen wurde, unsere Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung zu erfüllen“, erläutert Günter Trudnau weiter.

Wirtschaftliche Risiken sind zu hoch

Mit den weiterhin Interessierten seien alle offenen Fragen geklärt worden. Dabei habe sich aber herausgestellt, dass diese interessierten Gruppen nur einen Bruchteil des Gebäudekomplexes belegen könnten. So wäre auch die wirtschaftliche Nutzung für die Anneliese Brost Stiftung nur teilweise möglich gewesen.

Und weil außerdem keine exakten Zahlen zu den Sanierungskosten zu ermitteln waren, fiel der Ausstiegsbeschluss. „Wir bitten um Verständnis, dass wir die wirtschaftlichen Risiken als zu hoch betrachten.“ Günter Trudnau betont, dass alle Seiten die Stiftung bei der Ermittlung dieser Entscheidungsgrundlagen engagiert unterstützt hätten.

Nur noch ein Wohnungsbauer im Rennen

Die Stadt würde das Gebäude gern verkaufen, wie es der Rat im Zuge seiner Haushaltsberatungen empfohlen hat. Ob der zweite Wohnungsbauer – dessen Name die Stadt nicht nennt – noch Ambitionen hat, ist offen. Demnächst sollte dafür eine Entscheidungsfrist ablaufen. Oder die städtischen Immobilienmanager wagen einen zweiten Anlauf zur Vermarktung des Komplexes mit guter Lage im Essener Westen aber teilweise unbekannter Bausubstanz.


Denn die Stadt möchte eine schnelle Lösung für die Bärendelle, weil sie das Gebäude nach wie vor heizen muss, „damit die Substanz nicht noch mehr leidet“, wie es heißt. Mit dem Ausstieg der Anneliese Brost Stiftung scheint das Ziel der Bürgerinitiative Bärendelle (BIB), dort ein soziokulturelles Zentrum zu errichten, weiter Wunschdenken zu bleiben.