Noch viel Platz auf dem Siemens-Areal in Essen

Claudia Pospieszny
Foto: Hans Blossey

Essen. In Essen sind nur noch wenige attraktive Büroflächen zu haben. Nachdem die Vermarktung des Siemens-Areals durch die LEG zunächst schleppend verlief, geht es hier nun voran: Demnächst zieht die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) um.

Eine Rekord-Vermietungsrate bei Büroimmobilien meldete die Essener Wirtschaftsförderung nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010. Für über 100 000 Quadratmeter fanden sich Interessenten, so dass zum Jahresende weniger als 5000 Quadratmeter moderner Flächen am Markt waren. Größer war der Bestand an überalterten, unattraktiven Mietobjekten, für die sich schwer Interessenten finden ließen, wie die BNP Paribas Real Estate erklärte. So prognostizierte der Immobilien-Händler in seiner 2010-Bilanz, durch die Verknappung freier Flächen könne der Mietpreis 2011 anziehen. Ein Trend, den auch Investoren sahen. Nun tut sich etwas am Büro-Immobilienmarkt.

Bauarbeiten auf der Siemens-Brache

So auch auf dem Siemens-Areal an der Hans-Böckler-/Schwanenkamp- und Frohnhauser Straße. Bereits vor acht Jahren hatte die Landes-Entwicklungs-Gesellschaft (LEG) das Grundstück erworben. Bisher läuft die Vermarktung schleppend. Zeitweilig signalisierte BMW Interesse, von der Bamlerstraße auf das zentraler gelegene Areal ziehen zu wollen, legte dann aber die Pläne auf Eis.

Einen ersten Teilerfolg in der Flächenvermarktung konnte die LEG mit der Ansiedlung der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) vermelden. Die Rohbauarbeiten an dem repräsentativen Firmensitz, zwei Gebäudetrakte, die parallel zueinander stehen und durch einen geschwungenen Gebäuderiegel miteinander verbunden werden, sind mittlerweile abgeschlossen. In wenigen Monaten sollen die 300 Mitarbeiter aus dem zu eng gewordenen Verwaltungsgebäude Hollestraße an die Frohnhauser Straße ziehen.

Angrenzend an die neue GNS-Zentrale liegt die alte Siemens-Verwaltung. Hierfür ist mit der BS Grundbesitz GmbH ein Investor gefunden. Derzeit ist das Haus eingerüstet, denn vor der Weitervermietung stehen umfangreiche Arbeiten an. In einem ersten Schritt wird das Haus umfassend saniert und modernisiert und um eine fünfte Etage aufgestockt. Anschließend soll die Fassade eine Dämmung bekommen und verklinkert werden, „im Stil der Weststadt“, wie BS-Projektleiter Markus Biernat erklärt.

Vermieten will man die Flächen zum Preis ab 8,90 Euro kalt in Einheiten von 250 bis 5000 Quadratmetern. Zudem haben die Arbeiten zur Aufstockung der Parkplätze neben dem Gebäude begonnen. In einem weiteren Schritt plant die BS Grundbesitz den Anbau eines zweiten Bürotraktes. Entstehen soll dieser parallel zu einer Erschließungsstraße, die voraussichtlich im März fertig gestellt wird. Über weitere 3000 bis 5000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Vermietung soll das Gebäude verfügen.

Citynahe Lage

Zwei attraktive Projekte, die bislang jedoch nur einen Bruchteil der Fläche bespielen. Ansonsten tut sich auf der Siemens-Fläche wenig. Zwar liegt diese citynah, nicht weit entfernt vom Thyssen-Krupp-Quartier und der benachbarten Weststadt, wirklich attraktiv würde der Standort aber erst, wenn auch für die restlichen Flächen Investoren gefunden wären. Nach Abriss der alten Gebäude ist die Fläche lediglich planiert, aber mit Schutt übersät. Keine gute „Nachbarschaft“ also, solange nicht alle Flächen entwickelt werden.

So ist auch das Käuferinteresse nach Baufeldern auf dem 27 600 Quadratmeter großen Rest-Areal verhalten. Zwar führe man Gespräche mit Interessenten, wie LEG-Sprecher Jens Schönhorst erklärt. Handfeste Fortschritte kann der Gelände-Vermarkter jedoch nicht vorweisen. So bleiben GNS und BS vorerst „Inseln“ auf der riesigen Fläche. Für die Kahage-Immobilie an der Frohnhauser Straße, die an die GNS-Baustelle grenzt, gibt es bislang übrigens keinen Interessenten.