Noch mehr Radweg in Essen zum Abfahren

Foto: WAZ
RVR schließt Lücke zwischen der Rheinischen Bahn und der Grugatrasse. Im Oktober wird der Radschnellweg die Zentren von Essen und Mülheim verbinden

Essen. Offiziell freigegeben wird der nagelneue, anderthalb Kilometer lange Abschnitt des Radwegs Rheinische Bahn an der Mülheimer Stadtgrenze erst in gut vier Wochen. Doch schon jetzt finden ungeduldige Radfahrer und Spaziergänger genug Öffnungen im löchrigen Bauzaun, um die neue Piste zu erkunden. Das Besondere an dieser Baumaßnahme: Hier schließt der Regionalverband Ruhr (RVR) endlich die Lücke zu einer anderen zentralen Radachse der Stadt: der Grugatrasse.

„Ich habe heute frei und war einfach neugierig“, gesteht der Altendorfer, der am Montagmittag vergnügt über den neuen Asphalt rollt. Und drauf abfährt: „Prima, dass man Essen mit dem Fahrrad immer besser erfahren kann.“

Am Radweg Rheinische Bahn schätzt er das beruhigende Gefühl, „Radfahren zu können, ohne dauernd vor Ampeln zu stehen oder Rücksicht nehmen zu müssen auf Autos und Lastwagen“.

100 Kilometer langen und 183 Millionen Euro teurer Radschnellweg

Bis 2020 will der RVR den 100 Kilometer langen und 183 Millionen Euro teuren Radschnellweg auflegen, der am Rhein in Duisburg beginnt und via Essen – kreuzungsfrei wie eine Autobahn – nach Hamm führt. Ein Ruhrgebiets-Vorzeigeprojekt, das sich in diesem neuen Abschnitt – zwischen Kaldenhoverbaum und Stadtgrenze – schon als Musterstrecke präsentiert. „Neben der vier Meter breiten Rad-Asphaltdecke gibt’s einen zwei Meter breiten Fußweg“, sagt RVR-Projektleiter Christoph Haep.

Die Borbeckerin Cornelia Klix (58) ist von der neuen Strecke begeistert. „Ich spaziere hier vier Mal in der Woche bis Mülheim, eine Stunde hin und eine zurück“, erzählt sie. „Das Tolle daran ist, dass man hier ständig neue Leute kennenlernt, manchmal treffen wir uns sogar zum Frühstücken.“

Auf der abschüssigen Rampe zur Grugatrasse hin haben die Landschaftsplaner phantasievoll mit dem Thema „Bahn“ gespielt. Alte Bahnschwellen und Schotterbeete, Prellböcke und Signalmasten säumen den gepflasterten Weg: Und weil sich die Natur die alte Güterbahnstrecke im Laufe von Jahrzehnten längst wieder zurückerobert hat, mutet der Radweg abschnittsweise an wie eine aufgeräumte Parklandschaft.

Bis jetzt ist die zentrale Radachse des Reviers fünf Kilometer lang (ab Univiertel), mit dem neuen Teilstück wächst sie auf 6,5 und bis zum Oktober auf elf Kilometer an. Bis dahin soll nämlich der 4,5 km lange Abschnitt in Mülheim fertiggestellt sein. „Dann haben wir schon zehn Prozent des Radschnellwegs ausgebaut und die Stadtzentren von Essen und Mülheim per Radweg verbunden“, frohlockt RVR-Planer Haep. Seine Hoffnung: Nicht nur Freizeitradler mögen diese Piste erkunden, sondern immer mehr Alltagsradler. Haeps Kennenlern-Tipp: „Einfach mal das Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Uni oder zur Arbeit fahren. Wer’s ausprobiert, wird begeistert sein.“

 
 

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