Neues Personal für die Polizei in Essen Nord

Vor der Polizeiwache Nord-Ost in Essen Katernberg von links: Dirk Heller, Susanne Skorzik, Klaus Stankiewicz und Frank Matuschek. Foto: Kerstin Kokoska
Vor der Polizeiwache Nord-Ost in Essen Katernberg von links: Dirk Heller, Susanne Skorzik, Klaus Stankiewicz und Frank Matuschek. Foto: Kerstin Kokoska
Foto: WAZ FotoPool
Die Polizeiinspektion Nord begrüßt neue Gesichter: Erstmals ist eine Frau zuständig für den Dialog mit Moscheevereinen - und möchte vor allem den Kontakt zu muslimischen Frauen vertiefen. Außerdem treten drei neue Wachleiter ihren Dienst an.

Essen. In der Polizeiinspektion Nord ist das Personalkarussell zum Stillstand gekommen. Ergebnis: Die Polizei im Norden hat drei neue Wachleiter - und erstmals eine Frau für den Dialog mit den Essener Moscheevereinen.

Frank Matuschek war in den Jahren nach 2003 zeitweise einer der bundesweit am besten bekannte Beamte der Stadt: Er war der erste "Islambeauftragte“, den der damalige Polizeipräsident Herbert Schenkelberg ernannte, um das nach dem 11. September 2001 schwer belastete Verhältnis zwischen Polizei und Muslimen zu verbessern. Matuscheks zähes Bemühen um einen Dialog mit den muslimischen Gemeinden und Vereinen hat wesentlich dazu beigetragen, dass Essen im Jahr 2005 zum zweiten Mal in Folge den Landespreis Innere Sicherheit gewann. Wobei er selbst bescheiden auf die Förderung durch Inspektionsleiter Netz verweist. Jetzt wird Matuschek Leiter der Wache Nord am Mallinckrodtplatz - und gibt seine Funktion als Ansprechpartner weiter an seine Bezirksdienstleiterin Susanne Skorzik.

Kontakt zu den Frauen in den muslimischen Gemeinschaften

Die Hauptkommissarin, deren Funktion laut Erlass des Innenministers jetzt "Kontaktbeamtin für muslimische Institutionen“ heißt, will den mit den 40 Moscheevereinen der Stadt begonnenen Austausch vertiefen. "Ich bin gerade dabei, mich überall vorzustellen.“ Ein besonderes Anliegen ist ihr der Kontakt zu den Frauen in den muslimischen Gemeinschaften, zu denen sie einen viel direkteren Zugang aufbauen kann als ihr Vorgänger. Probleme mit muslimischen Männern? "Bisher hatte ich keine Schwierigkeiten.“

Die neuen Leiter der Wachen Nordost (Katernberg) und Nordwest (Borbeck, Altendorf) haben Laufbahnen hinter sich, die früher bei der Polizei unmöglich waren. Erst die Aufweichung der strikten Trennung zwischen Schutzpolizei in Uniform und Kripo in Zivil hat es Dirk Heller möglich gemacht, sich nach zwölf Jahren beim Kriminalkommissariat 11 (unter anderem Mordkommission) für einen Job in Uniform zu bewerben. Der bekennende RWE-Fan bekam den Job. "Wer von der Kripo kommt, sieht die Dinge nicht besser, aber anders“, sagt er.

"Katernberg reizt mich"

Klaus Stankiewicz, neuer Leiter der Katernberger Wache, hat in seiner Polizeilaufbahn gleich zweimal die Seiten gewechselt. Mit 17 Jahren kam er 1970 zur Schutzpolizei. "Ich war noch Wachtmeister in der kasernierten Bereitschaftspolizei“, sagt er. Den Dienstgrad gibt es bei der Polizei nicht mehr, und auch die Einsatzhundertschaft ist nicht mehr militärisch kaserniert. Junge Polizisten beginnen heute als Kommissaranwärter ein Studium an der Fachhochschule. Von den Einsatztrupps zur Bekämpfung der Straßenkriminalität wechselte er nach der Polizeireform 1994 zur Kripo.

Zuletzt war er elf Jahre lang Jugendkontaktbeamter, bevor er sich nach Katernberg bewarb. "Katernberg reizt mich“, sagt er, unter anderem wegen des hier funktionierenden Miteinanders der Kulturen im Stadtteil. Und auch deshalb, weil für den bekennenden Fußballfan "in Katernberg das Schalker Kernland beginnt“.

 
 

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